Mäurer sieht keine rechtsradikalen Netzwerke bei Bremer Feuerwehr

Video vom 1. Juli 2021
Ulrich Mäurer,  Innensenator von Bremen, spricht bei einer Bürgerschaftssitzung
Bild: DPA | Sina Schuldt
Bild: DPA | Sina Schuldt
  • Bericht der Sonderermittlerin in Innendeputation vorgelegt
  • Expertin spricht von eklatanten Führungsmängeln
  • Mäurer: Keine rechtsextremistischen Strukturen

Nach der Vorlage eines Untersuchungsberichtes über rassistische und rechtsextremistische Online-Chats bei der Bremer Feuerwehr sieht Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) dort weder rechtsextremistische Strukturen noch rechtsradikale Netzwerke. Der Bericht der Sonderermittlerin zeichne ein sehr differenziertes Bild und bestätige in dieser Hinsicht seine erste Einschätzung, so Mäurer am Donnerstag in einer Sondersitzung der Innendeputation der Bürgerschaft. Aber der Bericht zeige eine Reihe von Problemen auf, die dringend verändert und angegangen werden müssten.

Der Abschlussbericht der Sonderermittlerin hat mit vielen Beispielen die erschreckenden Zustände bei der Feuerwehr offengelegt. Dabei benennt die Neufassung klar den strukturellen Sexismus, der von sexistischen Sprüchen bis hin zu sexuellen Übergriffen reicht.

Die Landesfrauenbeauftragte Bettina Wilhelm kommentiert den Bericht

Die ehemalige Präsidentin des Oberlandesgerichtes, Karen Buse, hatte der Bremer Feuerwehr als Sonderermittlerin rückblickend eklatante Führungsmängel attestiert. Die männliche, hierarchische, traditionsverbundene und veränderungsresistente Organisationskultur erschwere die Integration von Personen mit abweichenden Merkmalen wie Frauen, Migranten und Homosexuelle, bilanzierte sie in ihrem Anfang Juni vorgelegten 42-seitigen Abschlussbericht.

Mäurer spricht von einer Zäsur für die Feuerwehr

Ende November 2020 hatte buten un binnen Vorwürfe aufgedeckt, denen zufolge Mitglieder einer Wachabteilung jahrelang in Chats rechtsextremistische und rassistische Inhalte geteilt hatten. Es ging aber nach Behördenangaben auch um frauenfeindliche und sexistische Vorfälle sowie Mobbing.

Mäurer sprach von einer Zäsur für die Feuerwehr, verwies aber darauf, dass es auf der Führungsebene und in der Organisationsstruktur massive Veränderungen gegeben habe. "Die alte Mannschaft gibt es so nicht mehr", betonte er. Durch die umgehend vollzogene Trennung von Einsatz- und Personalführung sei die Konzentration von Zuständigkeiten in einer Hand beseitigt worden.

Ex-Chef bedauert Rassismus-Skandal bei Bremer Berufsfeuerwehr

Video vom 1. Juli 2021
Karl-Heinz Knorr im Interview
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 1. Juli 2021, 19:30 Uhr