Ermittlungen gegen Bremer Polizisten nach G20-Einsatz

Nach dem Polizeieinsatz rund um den G20-Gipfel in Hamburg Anfang Juli wird auch gegen einen Polizisten aus Bremen ermittelt.

Es seien Vorermittlungen gegen einen Bremer Polizisten wegen eines Schlagstockeinsatzes beim G-20-Gipfel in Hamburg eingeleitet worden, bestätigte der Sprecher der Bremer Innenbehörde Nicolai Roth. "Wenn solche Vorwürfe im Raum stehen, wollen wir, dass sie aufgeklärt werden." Das "Dezernat Interne Ermittlungen" in Hamburg untersuche in Absprache mit der dortigen Staatsanwaltschaft die Vorwürfe gegen den Bremer Polizisten. Die Hamburger seien zuständig, weil sich der Vorfall dort ereignet habe.

In einem Video auf einer G-20-kritischen Internetseite ist zu sehen, wie ein offenbar aus Bremen entsandter Polizist seinen Schlagstock eingesetzt hatte. Im Begleittext zum Video heißt es: "Am Freitag, den 7. Juli 2017, wurde auf der Ludwig-Erdhard-Straße/Neanderstraße eine Demonstrantin, die sich vor einem Polizeifahrzeug befand, viermal mit einem Schlagstock geschlagen wurde. Anschließend fiel sie zu Boden." Auf dem Video ist auch zu sehen, wie immer wieder Polizeifahrzeuge blockiert werden. Die Demonstranten waren mehrfach aufgefordert worden, den Weg freizugeben. Vor dem Schlagstockeinsatz hatten Wasserwerfer aus Bremen über einen längeren Zeitraum versucht, die Straße zu räumen.

In der internen Ermittlung wird geprüft, ob es Anhaltspunkte gibt, dass der Schlagstockeinsatz unverhältnismäßig war. Sollte sich der Verdacht gegen den Beamten erhärten, könnte er der Körperverletzung angeklagt werden.

Insgesamt wird gegen 49 Polizisten aus ganz Deutschland im Zusammenhang mit dem G20-Einsatz ermittelt. Wie viele Beamte aus Bremen betroffen sind, konnte die Bremer Polizei nicht sagen.

Dieses Thema im Programm: Hörfunknachrichten, 27. Juli 2017, 6 Uhr