Konsum und Ernährung: Weniger ist mehr

Konventionelle oder ökologische Landwirtschaft: Darüber herrscht in der Klima-Kommission noch Streit. Mehr Einigkeit herrscht in der Frage, ob weniger Fleisch hilft.

Weggeworfene Lebensmittel (Symbolbild)
Wegwerfgesellschaft: Der Konsum von Alltagsprodukten und Lebensmittel soll laut Enquete-Kommission nachhaltiger werden. Bild: Imago | Photothek/Trutschel

Nachhaltigen und klimafreundlichen Konsum bezeichnen die Mitglieder der Kommission als Querschnittsthema der Klimaschutzstrategie des Landes Bremen. Entsprechende Produkte und Dienste sollten daher für jeden zugänglich und bezahlbar sein.

Ähnliches gilt auch für die Ernährung. Sie soll für alle Bremerinnen und Bremer nachhaltig und klimafreundlich möglich sein. Ihr zugrunde liegen soll dann eine integrierte Ernährungspolitik, die gesundheitsfördernde, soziale, klima-, umwelt- und tierwohlpolitische Aspekte berücksichtigt.

Diese vier Empfehlungen nennt der Zwischenbericht schon jetzt:

1 Nachhaltiger Konsum, weniger Abfall

Konkret empfiehlt die Kommission, den Marktanteil von Produkten mit staatlichem Umweltzeichen, also zum Beispiel CO2-Effizienzlabeln, zu steigern. Auch das Abfallaufkommen im Land Bremen soll zukünftig deutlich gesenkt werden. Dazu soll die Infrastruktur zum Einstieg in die Kreislaufwirtschaft in Bremen erfasst und verbessert werden. So könnten beispielsweise offene Werkstätten und Tauschbörsen gefördert werden. In der öffentlichen Beschaffung rät die Enquete-Kommission zudem dazu, dass das Land Bremen und die beiden Stadtgemeinden energieeffiziente und energiesparende Produkte über den gesamten Lebenszyklus bevorzugen sollten. Dies könne durch eine Überarbeitung der Beschaffungsrichtlinien der Verwaltung geschehen.

2 Weniger Konsum, veränderte Alltagsroutinen

Es reicht der Kommission zufolge allerdings nicht aus, nur die Strategie des "anders konsumieren" zu verfolgen. Um die langfristigen Klimaziele im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen zu erreichen, müsse auch weniger verbraucht werden. Dies habe zur Folge, dass bestimmte Konsumbedarfe und Alltagsroutinen hinterfragt werden müssten. Maßnahmen können laut Bericht die Verlängerung der Nutzungsdauer von Produkten, aber auch Tausch- und Leihangebote sein.

3 Fleischverzehr deutlich senken

Langfristig sind sich die Kommissionsmitglieder darin einig, dass der Fleischverzehr deutlich sinken muss. Ob die Menschen künftig nur noch halb so viel oder nur ein Viertel soviel Fleisch wie bislang essen sollten, dazu haben die Kommissionsmitglieder noch keinen gemeinsamen Standpunkt gefunden. Ebenso wenig darüber, ob auch der Verzehr von Milchprodukten reduziert werden sollte.

4 Regionale Lebensmittel und vielleicht ein bisschen Bio

Einig ist sich die Kommission auch darüber, dass in Bremen in Zukunft mehr regionale und saisonale Produkte konsumiert werden sollen. Ob bei Lebensmitteln die Versorgung mit Bio-Produkten als Ziel ausgesprochen werden soll, bleibt im Zwischenbericht allerdings noch umstritten.

Navigation Bremer Klima Kommission Klicke auf einSymbol, um weitere Informationen zu finden. 6 Konsum undErnährung 5 Klimabildung undWissenschaft 4 Mobilität undVerkehr 3 Gebäude, Wohnen,Stadtentwicklung, Klimaanpassung 2 Industrie undWirtschaft 1 Energie undAbfallwirtschaft

Zurück zum Hauptartikel

Autor

  • Kristian Klooß Autor

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 12. März 2021, 19:30 Uhr