Breitet sich die Delta-Variante des Coronavirus in Bremen aus?

Corona Test im Labor.
Bild: DPA | Robin Utrecht
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  • 18 nachgewiesene Fälle in Bremen, zwei in Bremerhaven
  • Reisen gelten als Risiko
  • Delta-Variante ist besonders ansteckend

Die zuerst in Indien entdeckte Delta-Variante des Coronavirus breitet sich auch im Land Bremen aus. Die Stadt Bremen meldet bisher 18 Fälle, in Bremerhaven gibt es bisher zwei nachgewiesene Fälle sowie einen Verdachtsfall. Für diesen Verdachtsfall liegt laut Gesundheitsamtsleiter Ronny Möckel noch keine Bestätigung vor. Man rechne aber mit einem positiven Ergebnis.

Wie die Virus-Variante nach Bremerhaven gekommen ist, ist demnach unklar, hänge aber vermutlich nicht mit Reisen zusammen. Möckel geht davon aus, dass die Infektionen mit der neuen Virus-Variante auch in Bremerhaven zunehmen werden. Das zeige das Beispiel Großbritannien.

Nachverfolgung muss sichergestellt sein

Dass sich die Delta-Variante auch in Bremen ausbreiten würde, sei laut Lukas Fuhrmann, Sprecher des Bremer Gesundheitsressorts, absehbar gewesen. Es gehe darum, parallel die richtigen Maßnahmen zur Eingrenzung zu ergreifen. "Ein großes Thema, ein wichtiges Thema, sind die Containment-Scouts", sagte er im Interview bei Bremen Zwei.

Um möglichst weiterhin alle neuen Fälle innerhalb von 24 Stunden nachzuverfolgen, schaffe Bremen diese Scouts nicht ab, so Fuhrmann. Bisher sei man in Deutschland und auch in Bremen mit nur wenigen Fällen der Delta-Variante davongekommen. "Trotzdem muss das natürlich ganz genau beobachtet werden", so Fuhrmann.

Reisen und Sommerferien als Knackpunkt

Möckel befürchtet für Bremerhaven, dass sich in den kommenden Monaten vor allem Kinder und nicht geimpfte Jugendliche anstecken könnten. Im Herbst seien geschätzt 80 Prozent der Unter-19-Jährigen nicht geimpft. Das biete dem Virus gute Chancen. Kinder und Jugendliche könnten dann auch Erwachsene anstecken, deren Impfschutz bereits langsam wieder nachlasse.

Auch Reisen gelten als besonders gefährlich, da Virusvarianten aus Urlaubsländern in bislang noch nicht so stark betroffene Gebiete gebracht werden könnten. Mit Blick auf die Sommerferien setzt Fuhrmann vor allem auf die derzeit genutzten Konzepte. Dadurch hätte man es momentan gut im Griff, Ausbrüche in den Schulen zu verhindern oder frühzeitig zu erkennen und die betroffenen Personen in Quarantäne zu schicken.

Delta-Variante ist besonders ansteckend

Die Delta-Variante ist wesentlich ansteckender als die bislang in Deutschland verbreiteten Varianten des Coronavirus. Außerdem deuten erste Studien darauf hin, dass sich die Symptome nach einer Infektion mit der Delta-Mutation von den anderen Varianten unterscheidet. So klagten Betroffene über Kopfschmerzen, eine laufende Nase und eine raue Kehle. Der Verlust des Geschmacks- oder Geruchssinns sei kein typisches Symptom mehr.

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Video vom 19. Mai 2021
Hajo Zeeb im Interview.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 17. Juni 2021, 17:10 Uhr