Infografik

Bremer Gesundheitsressort erwägt wieder härtere Corona-Maßnahmen

Audio vom 7. Juli 2021
Blick auf die Tribüne des Weserstadions, wo mit Abstand kleine Gruppen von Werder-Fans verteilt sitzen.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Der Inzidenzwert Bremens ist wieder zweistellig. Das Gesundheitsressort schließt daher härtere Corona-Maßnahmen nicht aus. Auch Werder-Fans müssen nun zittern.

Bremens Corona-Inzidenzwerte steigen wieder. An diesem Mittwoch meldet die Stadt mit 11,6 erstmals seit dem 16. Juni einen zweistelligen Wert. Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) mahnt daher zur Vorsicht.

Dass die Inzidenz in den letzten Tagen wieder steigt, muss uns allen ein Warnsignal sein.

Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) im Gespräch mit buten-un-binnen-Moderator Felix Krömer.
Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke)

Die Senatorin weist vor allem auf die inzwischen vorherrschende Delta-Variante hin, die deutlich ansteckender sei als vorherige Varianten.

Delta-Variante führt zum Anstieg

"Der Anstieg war sicher voraussehbar – dank Delta", sagt auch der Bremer Epidemiologe Hajo Zeeb. Dennoch seien die aktuellen Lockerungen immer noch vor dem Hintergrund einer Inzidenz um 10 zu sehen. "Von der haben wir lange geträumt", sagt Zeeb. Darüber hinaus seien viele Bevölkerungsgruppen inzwischen auch durch Impfungen geschützt. In Bremen sind laut Gesundheitsressort derzeit mehr als 65 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal geimpft.

Der weitere Verlauf der Virusausbreitung müsse jetzt allerdings genau beobachtet werden.

Wir sollten natürlich keine exponentiellen Anstiege erleben und insofern auch auf die Rücknahme von Lockerungen vorbereitet sein.

Der Bremer Epidemiologe Hajo Zeeb im Interview.
Hajo Zeeb, Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie - BIPS

Zuletzt standen in Bremen vor allem die Lockerungen von Corona-Maßnahmen im Mittelpunkt. So dürfen, Stand jetzt, beispielsweise wieder bis zu 21.000 Fans bei Heimspielen des SV Werder Bremen das Stadion besuchen. Und in Kinos, Theatern und Konzertsälen wurden erst in dieser Woche die Abstandsregeln gelockert, so dass Besucher jetzt auch mit einem Meter Abstand zueinander sitzen dürfen.

Sollte sich die Entwicklung hinsichtlich Inzidenzen und der Hospitalisierungsrate wieder zuspitzen, müsse wieder über Maßnahmen gesprochen werden, die inzidenzdämpfend wirkten, sagt die Gesundheitssenatorin. "Unter den aktuellen Umständen kann ich mir aktuell keine halbvollen Stadien, Großveranstaltungen oder Ähnliches vorstellen", so die Senatorin. Ab welchen Grenzwerten über entsprechende Maßnahmen gesprochen werden müsse, darüber müsse sich der Senat noch einigen, heißt es auf Nachfrage von buten un binnen.

Epidemiologe geht von Anpassungen aus

Epidemiologe Zeeb sieht zwar bei Außenveranstaltungen weniger Ansteckungsgefahren. "Es ist aber klar, dass im Stadion selber und drumherum es sehr schwierig wird, coronakonformes Verhalten zu sichern." Es sei sicher nicht im Sinne der Vereine, dass dort Infektionen verbreitet werden. "Insofern erwarte ich eigentlich, dass die Konzepte auch in Bremen lokal angepasst werden", sagt Zeeb.

Auch die verringerten Abstände in Innenräumen, also zum Beispiel in Kinos, hält der Wissenschaftler angesichts der noch immer vergleichsweise geringen Inzidenzen für vertretbar. "Es darf aber nicht zu eng werden", sagt Zeeb. Die Einrichtungen täten daher gut daran, auf Impfung und Selbsttests hinzuweisen, um diese Veranstaltungen sicherer zu machen.

Inzidenzwerte in Bremen und Bremerhaven

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Ist die Corona-Pandemie bald vorbei? Das sagt Epidemiologe Hajo Zeeb

Video vom 21. Juni 2021
Der Epidemiologe Hajo Zeeb von der Universität Bremen im Studiogespräch bei buten un binnen.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Autor

  • Kristian Klooß Autor

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 7. Juli 2021, 21 Uhr