Bremen und Länder ringen um Geld für Nachfolge des 9-Euro-Tickets

Reisende steigen am Bremer Hauptbahnhof in einen ICE ein.

Bremen und Länder ringen um Geld für Nachfolge des 9-Euro-Tickets

Bild: DPA | Hauke-Christian Dittrich
  • Bund und Länder zeigen sich offen für neue Regelung ab Januar
  • Finanzierung des möglichen Tickets sorgt für Diskussionen
  • Einigung in dieser Sondersitzung eher unwahrscheinlich

Die Verkehrsminister der Länder diskutieren mit dem Bund in einer Videokonferenz über ein Nachfolgemodell für das 9-Euro-Ticket. Bund und Länder hatten sich zuletzt offen für eine neue Regelung ab Januar gezeigt, strittig ist aber unter anderem noch die Finanzierung – eine Einigung in dieser Sondersitzung ist daher eher unwahrscheinlich.

Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) hatte zuletzt 1,5 Milliarden Euro geboten, die der Bund pro Jahr zu einem vergünstigten Nahverkehrsticket zuschießen will – vorausgesetzt, die Länder steuern die gleiche Summe bei. Bremens Mobilitätssenatorin Maike Schaefer (Grüne), zugleich Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz, zeigte sich offen für den Vorschlag, der das Land Bremen etwa 35 Millionen Euro pro Jahr kosten würde.

Wir wären in Bremen bereit die Hälfte dazuzugeben, weil wir einfach sehen, wie wichtig das ist, ein möglichst bezahlbares Ticket zu haben, im Vergleich zu den steigenden Energie- und Spritkosten.

Maike Schaefer, Bremens Mobilitätssenatorin (Grüne)

Doch einige Bundesländer haben hier laut Schaefer noch Vorbehalte. Unklar ist daher auch noch, wie teuer ein Nachfolgemodell des 9 Euro-Tickets sein wird. Der Bund hatte zuletzt einen Maximalpreis von 69 Euro vorgeschlagen, Bremens Mobilitätssenatorin Schaefer fordert eine Obergrenze von monatlich 49 Euro – mit Vergünstigungen für Geringverdiener.

Auch Niedersachsen fordert Milliardenhilfen vom Bund

Niedersachsens Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) will sich derzeit noch auf keine genaue Summe festlegen. Er verlangt, wie auch Schaefer, wegen der gestiegenen Energiepreise zusätzliche Milliardenhilfen vom Bund für den finanziell unter Druck geratenen Regionalverkehr. "Erst dann wisse man, welche Spielräume es bei der Preisgestaltung geben kann", sagte ein Sprecher der niedersächsischen Verkehrsbehörde zu buten un binnen.

"Scheitert die Verkehrswende, Herr Harder?"

Bild: Radio Bremen | Christof Kette

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 19. September 2022, 6 Uhr