Hausärzte in Bremen – nicht immer leicht zu finden

Ein Arzt spricht mit einer Patientin
Die Verteilung der Hausärzte ist in den Bremer Stadtteilen sehr unterschiedlich. (Symbolbild) Bild: DPA | Christian Charisius

Die Stadt Bremen ist bei den Hausärzten insgesamt gut aufgestellt. Es gibt aber eine sehr unterschiedliche Verteilung in den Stadtteilen – das hat Gründe.

Die Hausarztsuche ist eine sehr persönliche Sache und manchmal auch eine schwierige. Nicht immer findet man einen Hausarzt gleich um die Ecke und oft hat man das Gefühl, dass es in anderen Stadtteilen mehr Allgemeinmediziner gibt als im eigenen. Der Eindruck stimmt bei vielen auch, allerdings muss man die Verteilung differenziert betrachten, denn: Es hat Gründe, warum die Hausärzte in Bremen nicht gleichmäßig verteilt sind.

Allgemeiner Versorgungsgrad ist gut

Wer auf die Webseite der Kassenärztlichen Vereinigung Bremen nachschaut, stellt fest: In Bremen gibt es insgesamt 358 Hausärzte. Der Versorgungsgrad liegt bei 105,5 Prozent also leicht über dem Soll von 100 Prozent. Auch die Zahl der Einwohner, die ein Bremer Hausarzt im Durchschnitt versorgen soll, steht da. Es sind genau 1.669. Die Verteilung in den einzelnen Regionen ist unterschiedlich: Im Norden (113 Prozent) und im Westen (117 Prozent) ist der Versorgungsgrad etws überhöht, im Süden (95 Prozent) und im Osten (97,4 Prozent) etwas zu niedrig.

Auf den ersten Blick ist es also mehr oder weniger so wie es sein soll, der Blick in die Stadtteile zeigt aber etwas anderes: Da schwankt die Zahl der Einwohner pro Mediziner deutlich. Am besten sieht es da in Findorff und Borgfeld aus, mit einem Verhältnis 711,8 beziehuhngsweise 770,8 Einwohner pro Hausarzt. Ganz hinten liegen dagegen Walle (3.105,5) und Oberneuland (2.761,8).

Mediziner dürfen sich ihren Standort aussuchen

Warum ist das so? Zum einen gibt es keine Vorgaben seitens der Kassenärztlichen Vereinigung, wo sich neue Hausärzte niederlassen sollen. "Es herrscht Niederlassungsfreiheit", macht Sprecher Christoph Fox auf Anfrage von buten un binnen deutlich. Dazu kommen noch weitere Faktoren. Ärzte siedeln sich natürlich gerne dort an, wo sie viele Kunden, sprich: Patienten, erwarten können. Das ist mit Blick auf die Pendlerbewegung vor allem der Bereich um den Hauptbahnhof und in der City, und dazu gehören auch die Bereiche rund um Kliniken.

Dazu kommt: Niemand weiß, wie groß das Arbeitspensum der jeweiligen Hausärzte ist. Manche arbeiten nur in Teilzeit, knapp 20 haben auch eine zweiten Standort und pendeln dementsprechend zwischen den Praxen. Besonders beliebt als zweites Standbein ist übrigens Findorff. Hier sind zehn Hausärzte tätig, die auch in einem andern Stadtteil eine Praxis haben.

Die Hausärzte-Verteilung in den Stadtteilen

StadtteilHausärzteBewohner (in 2020)Einwohner/Arzt
Blumenthal1832.2161.789,8
Borgfeld12ca. 9.250770,8
Burglesum3133.2531.072,7
Findorff3625.624711,8
Gröpelingen3436.5321.074,5
Hemelingen2143.3902.066,2
Horn-Lehe1527.1161.807,7
Huchting2130.4531.450,1
Mitte (Bremen)2318.000782,6
Neustadt2143.3462.064,1
Oberneuland513.0892.761,8
Obervieland2036.3891.819,5
Osterholz2437.6481,568,7
Östl. Vorstadt2229.2981.331,7
Schwachhausen2139.8061.895,5
Vahr2326.7241.161,9
Vegesack1934.7571.829,3
Walle1031.0553.105,5
Woltmershausen813.8691.733,6

Bremer Hausärzte am Limit: So stressig ist die Arbeit in den Praxen

Bild: Radio Bremen

Autor

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Nachrichten, 24. Mai 2022, 6 Uhr