Bremer Grüne: "Wir stehen weiterhin hinter dem Flughafen"

Ein Flugzeug steht nachts auf dem Rollfeld vom Flughafen Bremen.

Gewerkschaft kritisiert Grünen-Vorschlag zu Flughafen

Bild: DPA | Sina Schuldt

Laut Wahlprogramm-Entwurf wollen die Bremer Grünen eine Abschaffung des Personenverkehrs am Flughafen prüfen. Der Grünen-Vorsitzende erklärt nun, was damit gemeint ist.

Der Vorschlag hatte hohe Wellen geschlagen. Sowohl aus der Opposition als auch von Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) kam Kritik und Unverständnis. Bovenschulte stellte klar: "Der Bremer Flughafen bleibt Passagierflughafen."

Der Bremer Landesvorsitzende der Grünen, Florian Pfeffer, ordnet den Vorschlag ein: "Wir wissen, wie wichtig der Bremer Flughafen für die Region ist." Die Partei stehe auch weiterhin hinter dem Flughafen.

Aber die Subventionen können nicht ewig bezahlt werden. Da steht alleine schon das EU-Recht davor, was das möglicherweise in naher Zukunft verbieten wird.

Grünen-Co-Landesvorsitzender in Bremen Florian Pfeffer
Florian Pfeffer, Co-Landesvorsitzender der Bremer Grünen

Für diesen Fall sollte Bremen laut Pfeffer vorbereitet sein. Das besage der Vorschlag der Grünen im Wahlprogramm-Entwurf. "Wenn der Flughafen nicht gehalten werden kann, wollen wir auf alle Fälle, dass für Airbus und für die Luft- und Raumfahrtindustrie in Bremen noch ein Flughafen da ist", aber das Szenario würden sich die Grünen nicht wünschen, stellt Pfeffer klar. Viel mehr solle die Prüfung Bremen für die Zukunft wappnen.

Wir fordern, zu prüfen, ob der Flughafen in einen Betriebsflughafen umgewandelt werden kann und unter welchen Bedingungen, damit wir, falls das notwendig sein sollte, mit einem guten Plan B dastehen.

Grünen-Co-Landesvorsitzender in Bremen Florian Pfeffer
Florian Pfeffer, Co-Landesvorsitzender der Bremer Grünen

Pfeffer: Flughafen kann nicht auf ewig mit Subventionen leben

Sowohl vom Koalitionspartner SPD als auch aus den Reihen der Opposition kam der Vorwurf, die Grünen würden mit ihren Flughafen-Plänen den Wirtschaftsstandort infrage stellen. Für Florian Pfeffer ist das Gegenteil der Fall: "Wir stellen uns ja die Frage: Was passiert, wenn der Flughafen insolvent gehen sollte oder über Steuergelder nicht mehr zu halten ist." In dem Moment werde es für Airbus und die Luft- und Raumfahrtindustrie in Bremen wichtig sein, dass es noch einen Flughafen gibt.

Ich bin mir sicher, dass der Flughafen nicht auf ewig mit Subventionen leben können wird. Da ist es uns aus industriepolitischen Gründen sehr wichtig, dass wir hier große Player, gute Unternehmen und einen ganzen Innovationsstandort nicht verlieren.

Grünen-Co-Landesvorsitzender in Bremen Florian Pfeffer
Florian Pfeffer, Co-Landesvorsitzender der Bremer Grünen

Gerade die Industrien in Bremen könnten ganz wichtig werden, den Flugverkehr klimaneutral zu machen, sagt Pfeffer: "Deshalb wollen wir die hier auch in Bremen halten." Der Co-Landesvorsitzende der Grünen findet die Berichterstattung über die Flughafen-Pläne bisher etwas missverständlich, weil es nicht der Kern des Anliegens der Grünen sei, den Flughafen zu schließen: "Wir glauben, dass die Wirtschaft auch in Bremen und Bremerhaven vor einer großen Transformation steht und dass wir die positiv begleiten wollen."

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau, 25. November 2022, 16 Uhr