Infografik

Zu trocken und extrem: Die Bremer Wetterbilanz 2019

Zu wenig Regen und extrem hohe Temperaturen: 2019 war in Bremen trocken und heiß. Wirklich? Wir erinnern uns oft anders an das Wetter, als es wirklich gewesen ist.

Eine Aufnahme von einer Sturmflut in Bremerhaven Anfang 2019.

Dieser Sommer war heiß und trocken. Mit 37,4 Grad war der 25. Juli der heißeste Tag und damit fast ein Grad wärmer als der des Vorjahres. Und Bremerhaven registrierte die bislang wärmste Juli-Nacht. Und trotzdem war es kein Rekordsommer.

2019 ist ein gutes Beispiel, dass Extreme nicht zwangsläufig zusammenhängen müssen.

Alexander Rudolph, Meteorologe von Meteogroup

Die Hitzeperioden waren kürzer als 2018: Während es da an 22 Tagen über 30 Grad warm wurde, gab es in diesem Jahr fünf Hitzetage weniger. Wetterexperte Carsten Raymund beschreibt das so: "Extrema werden extremer, aber kürzer."

Temperaturwerte im Land Bremen 2019

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Was für den Sommer gilt, gilt auch für den Winter: Die Annahme, dass die Winter immer milder werden, und damit auch Schnee zu Weihnachten seltener, ist eher subjektive Wahrnehmung. Denn laut Wetterexperten waren weiße Weihnachten früher ebenso selten wie heute.

Ein kleiner Schneemann, mit aufgezeichneten Armen und Gesicht.
2018 konnte man schon vor Weihnachten Schneemänner bauen. Das ist aber nicht die Regel.

Zwar war der kälteste Tag im Land Bremen dieses Jahr mit minus 9,1 Grad fast zwei Grad wärmer als der im Vorjahr, aber das hat Meteorologen zufolge keine so große Bedeutung. Dass uns die Winter rückblickend oft kälter vorkommen, erklärt sich Wetterexperte Carsten Raymund so: "Häufig kommt es den Menschen so vor, weil sie als Kind mehr Zeit draußen verbracht haben, dass es damals auch kälter war und mehr Schnee gab."

Mit dem Schnee ist es wie im Supermarkt: Die Schlange an der Kasse, an der man gerade steht, kommt einem immer am längsten vor.

Carsten Raymund, Meteogroup

2019 saßen wir auf dem Trockenen

Fest steht aber: 2019 war – wie auch schon 2018 – deutlich zu trocken. Der Vergleich mit den durchschnittlichen Niederschlagsmengen von 1961 bis 1990 zeigt, dass kein Monat an die alten Werte herangereicht hat.

2019 war auch niederschlagsärmer als 2018, aber wenn es geregnet hat, dann waren es teils besonders heftige Schauer oder sogar Starkregen. Seit März 2019 gibt es ein Starkregen-Portal, auf dem sich Betroffene kostenlos beraten lassen, wie sie sich besser vor Überflutungen schützen können.

Monatsniederschläge im Land Bremen 2019

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Besonders nass waren der Januar und der Februar, dadurch konnten zunächst die Grundwasservorkommen wieder aufgefüllt werden. Aber unterm Strich konnten die Niederschläge im Jahr 2019 nicht die Trockenheit ausgleichen, die 2018 entstanden ist. Höchste Waldbrandgefahrenstufe, trockene Felder, brüchige Deiche: Nicht nur den Meteorologen wird 2019 als sehr trockenes Jahr in Erinnerung bleiben.

Autorin

  • Marina Weidenhaupt

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 14. Dezember 2019, 19:30 Uhr