Fragen & Antworten

So läuft die Jagd auf Waschbären in Bremen

Seit Juni stehen Waschbären, Marderhunde und Nutrias auf der Bremer Abschussliste. Die Jagd erweist sich allerdings als schwierig.

Ein Waschbär sitzt auf einem Baum.
Nicht so harmlos, wie sie aussehen: Waschbären verbreiten sich in Bremen. Bild: DPA | Winfried Schäfer

Auf den ersten Blick sehen sie ja niedlich aus: Waschbären, Marderhunde und Nutrias. Doch für ihre Umwelt stellen sie eine Gefahr dar. Seit drei Monaten sind die Tiere deshalb im Jagdrecht aufgenommen, doch die Verbreitung in Bremen ist kaum zu verhindern.

Was macht Waschbären und Co so gefährlich?
Vor allem für Frösche, Vögel und Eichhörnchen stellt die Verbreitung von Waschbären eine Gefahr dar. Sie zählen nämlich zur Beute der Kleinbären. Besonders für die ohnehin bedrohten heimischen Tierarten sind Waschbären ein zusätzliches Risiko.
Die Nutrias fressen zwar hauptsächlich Pflanzen, gefährden dafür allerdings die Deichsicherheit, denn durch ihre Bauten können sie den Deich kaputt machen und für eine Überschwemmung sorgen.
Aber warum zieht es die Marderhunde, Nutrias und Waschbären jetzt nach Bremen?
Das hat mehrere Gründe: Erstens gibt es hier interessanten Lebensraum, zweitens haben die Tiere hier keine Fressfeinde und drittens gibt es für die Waschbären und Marderhunde Beute ohne Ende. In den Lebendfallen der Jäger finden sich nun auch vermehrt Jungtiere – ein Zeichen für die schnelle Verbreitung. Der Sprecher der Landesjägerschaft Bremen spricht sogar von der nächsten Stufe der Einwanderung.
Seit drei Monaten werden die Tiere nun gejagt, aber wie erfolgreich?
So genau weiß man das noch nicht. Die Jäger fangen zwar einige, aber wie viele genau wird man erst am Ende des Jagdjahres, also am 1. April erfahren.
Will man Waschbären, Marderhunde und Nutrias komplett ausrotten oder nur den Bestand eindämmen?
Am liebsten: Ausrotten – aber das schaffen die Jäger nicht, denn es gibt einfach zu viele. Vor allem die Nutrias vermehren sich sehr schnell. Nach 5 Monaten sind die Tiere geschlechtsreif – das heißt aus fünf von ihnen werden in drei Jahren 16.000.
Waschbären und Marderhunde haben außerdem bestimmte Tricks drauf: Sie stellen sich beispielsweise tot und es kann vorkommen, dass sie einen Jagdhund nah ranlassen und ihm dann in die Kehle beißen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Morgen, 10. September 2019, 09:15 Uhr