Tödlicher Brill-Unfall: Gericht bestätigt Urteil gegen Lkw-Fahrer

  • 35-Jähriger hatte Radfahrerin überfahren, die 24-Jährige starb
  • Amtsgericht verurteilte ihn wegen fahrlässiger Tötung
  • Landgericht sprach ihn ebenfalls schuldig
Polizeiabsperrung am Brill in Bremen nach einem tödlichen Fahrradunfall.
Im April 2018 war eine Radfahrerin bei dem Unfall am Brill gestorben (Archivbild).

Eine 24-jährige Radfahrerin, die vor knapp einem Jahr am Brill in der Bremer Innenstadt tödlich verunglückt ist, hatte eine erhebliche Mitschuld an ihrem Zusammenstoß mit einem Lkw. Zu dem Schluss kam das Landgericht Bremen in dem Berufungsverfahren gegen den 35-jährigen Fahrer des Lasters. Die Richter lehnten trotzdem den von Staatsanwaltschaft und Verteidigung geforderten Freispruch des Mannes ab. Das Gericht blieb bei einer Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung –allerdings bei nur sehr leichtem Verschulden, wie es hieß. Wer ein so gefährliches Fahrzeug wie den Zwölftonner im Bereich einer Fußgängerzone steuere, müsse besondere Sorgfalt walten lassen.

Der Fahrer war im vergangenen Oktober zu einer Geldstrafe auf Bewährung verurteilt worden. In der Verhandlung vor dem Amtsgericht hatte ein Gutachter erklärt, den Angeklagten treffe keine Schuld an dem tödlichen Unfall mit der 24-jährigen Radfahrerin, die Situation sei sehr unübersichtlich gewesen. Die Staatsanwaltschaft hatte auf Freispruch plädiert. Die Richterin war anderer Meinung: Schwere Vorwürfe könne man dem Lkw-Fahrer tatsächlich nicht machen, sagte sie, er habe aber leicht fahrlässig gehandelt und hätte das Unglück möglicherweise verhindern können. Der Angeklagte hatte im ersten Prozess beschrieben, wie sehr ihn die Folgen des Unfalls belasten. Er mache sich selbst für den Tod der jungen Radfahrerin verantwortlich und werde psychiatrisch behandelt.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 28. März 2019, 18 Uhr