So aufwendig ist die Verschrottung der "Seute Deern"

  • Hafengesellschaft muss bei Abwrackung Sicherheitsvorkehrungen treffen
  • Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt nimmt Maße des Hafenbeckens
  • Plan für Verschrottung soll nach Schätzungen von Bremenports in zwei Wochen vorliegen
Video vom 7. November 2019
Mehrere Schiffe liegen im Museumshafen in Bremerhaven an.
Bild: Radio Bremen

Die "Seute Deern" wird abgewrackt. Das kann aber nicht einfach von heute auf morgen passieren. Die Hafengesellschaft Bremenports schmiedet aktuell einen Plan, wie der Traditionssegler verschrottet werden kann. Das werde aber noch ein bisschen dauern, sagt Bremenports-Sprecher Holger Bruns. Er schätzt, dass der Plan in etwa zwei Wochen fertig ist. Ganz genau könne er das aber nicht sagen. "Die Seute Deern ist eben ein Unikat." Im Moment gehe es darum festzulegen, welche Firmen beteiligt sein werden und wie hoch die Kosten sind.

Aktuell werden die Kosten auf 2,5 Millionen Euro geschätzt – wer sie trägt, ist noch unklar. Weil das Schiff zu marode ist, um es in ein Dock zu transportieren, muss die "Seute Deern" direkt im Hafen abgewrackt werden.

U-Boot vermisst Hafenbecken

An den Vorbereitungen ist auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) beteiligt. Im Auftrag von Bremenports erstellte das DLR mithilfe des autonomen Forschungs-U-Bootes "Seekatze" und einer Drohne ein sonarbasiertes 3D-Lagebild des Hafens.

Ein 3,50 Meter langes U-Boot wird von einem Kran ins Wasser hinabgelassen.
3,50 Meter ist das U-Boot "Seekatze" lang. Mit einem Kran ließen es die Experten zu Wasser. Bild: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt | DLR

Uns freut es sehr, dass wir Bremenports unterstützen können und gleichzeitig wichtige Messdaten für die Wissenschaft generieren. So können wir unsere Forschungsplattformen anwendungsnah in Zusammenarbeit mit der hiesigen Wirtschaft erproben.

David Heuskin, Leiter der Messung

Bremenports trifft Sicherheitsvorkehrungen

Zwei Männer schauen am Rand des Hafenbeckens auf einen Monitor.
Am Laptop beobachteten die Experten die Messungen des U-Bootes. Bild: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt | DLR

Die Vermessung des Hafens sei aber im Vergleich zu den noch folgenden Aufgaben "eine Kleinigkeit", sagt Bruns. Eine große Herausforderung seien die Sicherheitsvorkehrungen: So müsse unter anderem sichergestellt werden, dass keine Schadstoffe von Bord ins Wasser gelangen und Arbeitsschutzrichtlinien eingehalten werden. Zudem müsse sich die Hafengesellschaft das Vorhaben genehmigen lassen.

"Seute Deern" hat keine Zukunft

Video vom 23. Oktober 2019
Der Schlauch einer Pumpe auf der Seute Deern
Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 7. November 2019, 23:30 Uhr