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Abriss der "Seute Deern": Allein die Vorbereitung kostet 600.000 Euro

In Bremerhaven steht der Umzug der "Seute Deern" an ihren letzten Liegeplatz kurz bevor. Dafür sind teure Abriss- und Sicherheitsmaßnahmen im Museumshafen nötig.

Ein leerer Pier am Museumshafen. Im Hintergrund liegt die "Seute Deern".
Hier am Baltimore-Pier soll die "Seute Deern", die derzeit nur ein paar Meter entfernt im Hintergrund liegt, abgewrackt werden.

Die "Seute Deern" sieht jetzt schon trostlos aus: Die großen Masten sind abgebaut, das Schiff rostet Tag für Tag vor sich hin und jede Minute werden unzählige Liter Wasser aus dem Innern herausgepumpt. Doch dieser Anblick wird nur noch wenige Tage zu sehen sein. Denn am Montag sind im Süden des Alten Hafens die Vorarbeiten für das Abwracken der "Seute Deern" gestartet.

Wie aufwendig ist die Vorbereitung?
Mitte Dezember wurden bereits die Masten der "Seute Deern" gekappt, damit das Schiff beim Transport leichter ist. Auch eine Fußgängerbrücke musste weichen. Seit Montag wird der neue, nur wenige Meter entfernte Liegeplatz auf den Umzug vorbereitet. Sitzbänke und ein Geländer müssen noch entfernt werden, damit genügend Platz ist. Dann soll ein Betonvorsprung, der ins Hafenbecken hineinragt, abgerissen werden. Der Bereich rund um den neuen Liegeplatz soll anschließend mit einer Containerwand abgesperrt werden. Außerdem soll eine Folie auf dem Hafengrund ausgelegt werden, damit während des Abwrackens keine Schadstoffe in den Boden gelangen.
Wo genau kommt die "Seute Deern" hin?
Das Schiff soll an die Baltimore-Pier verlegt werden. Sie gehört zum Südteil des Alten Hafens, in dem die "Seute Deern" schon seit Jahrzehnten liegt.
Wann zieht die "Seute Deern" um?
Ein genaues Datum steht laut Holger Bruns, Pressesprecher der Hafenbetriebsgesellschaft Bremenports, noch nicht fest. Der Umzug soll aber noch im Januar stattfinden.
Könnte das Schiff beim Umzug auseinanderbrechen?
Die Gefahr besteht laut Bruns tatsächlich, deshalb wird die "Seute Deern" nicht mit einem Schlepper herausgezogen, sondern mit einer Winde und einem Seil. Zunächst soll der Hafen mit Wasser vollgepumpt werden. Der Wasserstand muss für die Aktion um einen halben Meter angehoben werden. Wenn das Schiff dann an seinem neuen Liegeplatz angekommen ist, soll das Wasser wieder abgelassen werden. Anschließend soll Sand in den Hafen gefüllt werden, um den Segler zu stabilisieren.
Wie teuer ist die Abwrackung?
Die genaue Höhe der Kosten ist noch unklar. Allein die Vorbereitung der Abwrackung kostet laut Bruns rund 600.000 Euro. Das Geld kommt vom Land aus dem Etat des Wirtschaftsressorts. Wer für die Kosten des eigentlichen Abrisses aufkommt, ist noch unklar.

Für die Rekonstruktion sowie weitere Maßnahmen im Museumshafen hat der Bund 47 Millionen Euro zugesagt. Inwieweit dieses Geld für den Abriss genutzt werden kann, ist noch offen. Je schneller die Abwrackung starten kann, umso günstiger bleiben die Ausgaben, sagt Holger Bruns. Denn allein das Abpumpen des Wassers kostet aktuell rund 100.000 Euro pro Monat. Pumpen befördern täglich bis zu 4.800 Kubikmeter Wasser aus dem Schiff, zwei Experten passen rund um die Uhr auf die Pumpen auf. Auch die Feiertage haben sie auf dem Schiff verbracht.

Rückblick: Wohin mit den Geldern zur "Seute Deern"-Rettung?

Ein Konferenzraum, in dem mehrere Personen an einem Tisch sitzen.

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Autoren

  • Sonja Harbers
  • Leonard Steinbeck

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Bremen Vier läuft, 6. Januar 2020, 14:45 Uhr