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Diesen im Land einmaligen Titel trägt die Nordschleuse in Bremerhaven

Der Flughafen Berlin-Tempelhof trägt diesen Titel bereits, der Stuttgarter Fernsehturm ebenfalls. Nun ist auch die Nordschleuse in Bremerhaven ausgezeichnet worden.

Video vom 26. April 2021
Die Norschleuse in Bremerhaven in der Seitenansicht.
Bild: Radio Bremen

Als erstes Bauwerk im Land Bremen ist die Nordschleuse in Bremerhaven am Montag als "Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst" ausgezeichnet worden. Damit ist es das erste Bauwerk im Land Bremen mit diesem Titel.

Was ist das für ein Preis?
Die Bundesingenieurkammer vergibt den Titel seit 2007. Ausgezeichnet werden Bauwerke wie Brücken, Türme und Tunnel, die "von der Genialität vergangener Ingenieurbau-Generationen erzählen". Die Bauwerke müssen mindestens 50 Jahre alt sein und in Deutschland stehen. Der Titel soll aktuelle Ingenieure anspornen. Das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat unterstützt die Auszeichnung. An der Nordschleuse weist nun eine Auszeichnungstafel auf den Titel hin, die die Senatorin für Wissenschaft und Häfen, Claudia Schilling (SPD), am Montag enthüllte.

Es geht darum, die innovative und nachhaltige Ingenieurleistung hinter dem Bauwerk zu würdigen. Historisch betrachtet steht der Schleusenbau in einer langen Tradition wegweisender Entscheidungen, mit denen bis heute die Wettbewerbsfähigkeit des Hafenstandorts Bremerhaven stetig verbessert wurden.

Senatorin Claudia Schilling
Claudia Schilling (SPD), Bremens Senatorin für Wissenschaft und Häfen
Was wurde bisher schon ausgezeichnet?
Die Nordschleuse ist das 26. Bauwerk in Deutschland, das diesen Titel erhält. Es steht nun auf einer Liste mit Bauwerken wie dem Alten Elbtunnel in Hamburg, dem Flughafen Berlin-Tempelhof und dem Stuttgarter Fernsehturm. Die Nordschleuse ist das erste Bauwerk aus dem Land Bremen, das diesen Titel trägt.
Was ist das Besondere an der Nordschleuse?
Die Nordschleuse sei ein "Paradebeispiel für die Genialität vergangener Ingenieur-Generationen", sagte  der Präsident der Ingenieurkammer Bremen Torsten Sasse. Die Nordschleuse entstand von 1927 bis 1931. Sie galt damals als eine der größten Schleusenanlagen der Welt. Konzipiert war sie für die großen Schnelldampfer. "Schon die veranschlagten Baukosten von 30 Millionen Reichsmark beeindrucken – heute müssten sie mit dem Faktor 3,6 multipliziert werden", teilt die Ingenieurkammer Bremen mit.

Das Projekt umfasste 2,3 Kilometer Kajenmauern mit einer Höhe von 15 bis 19,5 Metern, massive Schleusenhäuser, zwei Schleusentore nebst Ersatztor, eine Drehbrücke, Eisenbahn- und Straßenanlagen sowie drei Maschinenhäuser. Verbaut wurden 26.000 Pfähle, 74.000 Tonnen Zement, 34.000 Tonnen Eisen, 300.000 Kubikmeter Kies und Sand sowie 245.000 Kubikmeter Beton. Zudem waren Bodenbewegungen von mehr als drei Millionen Kubikmetern notwendig.

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Video vom 3. April 2021
Die Drehbrücke im Überseehafen in Bremerhaven. Zwei Kräne und Bauarbeiter stehen davor.
Bild: Radio Bremen

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Autorin

  • Sonja Harbers Autorin

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 26. April 2021, 19:30 Uhr