Gewerkschaft will Videoüberwachung von Schlachthöfen verhindern

  • Gewerkschaft kündigt juristische Schritte gegen Videokameras an
  • Überwachung der Schlachthofmitarbeiter sei nicht zielführend
  • Vorschlag: Nur gut ausgebildete Arbeitskräfte einstellen
Mitarbeiter eines Schlachthofs zerlegen Fleisch.
Die Videoüberwachung in Schlachthöfen sorgt weiter für Debatten. (Archivbild) Bild: DPA | Mohssen Assanimoghaddam

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat juristische Schritte gegen eine Videoüberwachung auf Schlachthöfen angekündigt. Nach den Skandalen um Tierquälerei auf Schlachthöfen will Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) am Freitag im Bundesrat eine Initiative anschieben, dass künftig deutschlandweit alle Schlachthöfe per Videokamera überwacht werden.

Rund um die Uhr die Arbeit auf Schlachthöfen per Kamera zu überwachen, verstoße massiv gegen Datenschutz und Persönlichkeitsrechte, sagte NGG-Sprecher Matthias Brümmer. Die Gewerkschaft wolle dagegen juristisch vorgehen.

Die Videoüberwachung gehe an der Ursache vorbei. Besser sei, keine ungelernten Leiharbeiter aus Osteuropa einzusetzen, sondern gut ausgebildete deutsche Kräfte, sagte Brümmer. Am Dienstag hatten Vertreter der Fleischindustrie und die Agrarministerin Videokameras auf Schlachthöfen auf freiwilliger Basis vereinbart. Der Schlachthof Vion in Emstek hat bereits Kameras im Lebensbereich installiert.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Nachrichten, 15. Februar 2019, 14 Uhr