Ein warmer Ort in Bremen: 4 Fakten zum neuen Tropenhaus der Botanika

Mehr 60 Schmetterlingsarten sind in die Bremer Botanika eingezogen

Video vom 8. September 2021
Schmetterling auf Hand, im Hintergrund Frau mit Mund-Nasen-Schutz
Bild: Radio Bremen | Alexander Schnackenburg
Bild: Radio Bremen | Alexander Schnackenburg

Zwischen exotischen Pflanzen flattern Schmetterlinge aus Asien, Afrika und Amerika. Sogar für Affen gibt es einen Platz. Und für Menschen, die was lernen wollen.

Die Botanika in Bremens Rhododendronpark hat ihre Ausstellungsfläche um rund 900 auf etwa 6.000 Quadratmeter erweitert. Hinter dem großen Himalaya-Schauhaus steht jetzt ein Tropenhaus, das diverse exotische Pflanzen und Schmetterlinge beherbergt. Insektengärten für heimische Insekten sollen noch im Laufe des Herbstes hinzukommen. Die wichtigsten Neuerungen in der Botanika im Überblick.

1 Zwölf Monate tropische Schmetterlinge

Schmetterlinge laben sich an Fruchtstücken in einer Glasschale
Am liebsten stillt die "Dicke Banane", wie diese Schmetterlingsart heißt, ihren Durst an frischem Obst. Bild: Radio Bremen | Alexander Schnackenburg

Statt wie bisher nur in Sonderausstellungen können Besucherinnen und Besucher nun das ganze Jahr über tropische Schmetterlinge in der Botanika bewundern. Denn das neue Tropenhaus, in dem die Tiere leben, wird fester Bestandteil der Dauerausstellung in "Bremens großer Entdeckerwelt", wie sich die Botanika auch nennt.

Die Schmetterlinge leben hier zwischen exotischen Pflanzen wie dem Mangobaum, der Kokospalme oder auch Orchideen und Passionsblumen. Auf einer Fläche von etwa 320 Quadratmetern können etwa Schulklassen und Kita-Gruppen künftig lernen, wie ein tropischer Regenwald aufgebaut ist. Sie lernen dort außerdem alle Entwicklungsphasen von Schmetterlingen kennen: vom winzigen Ei, über die Raupe, bis hin zur Puppe und zum fertigen Falter.

Wer das Tropenhaus besucht, sollte sich übrigens dünn anziehen. Denn dort ist es permanent mindestens 25 Grad Celsius warm. Die Luftfeuchtigkeit liegt bei 80 Prozent. Das so genannte Mendehaus, in dem bislang die Schmetterlingsausstellungen der Botanika zu sehen waren, bleibt für Sonderausstellungen erhalten. So wird dort kommendes Frühjahr eine Azaleen-Ausstellung zu sehen sein.

2 Neues Gehege für die Gibbons

Gibbon im Portrait
Freut sich über mehr Platz im neuen Affengehege: Gibbon Wody. Bild: Radio Bremen | Alexander Schnackenburg

Wand an Wand mit dem Schmetterlingshaus, wie die Botanika das Tropenhaus auch bezeichnet, ist eine neue Anlage für die Menschenaffen des Hauses entstanden, also für die Weißwandgibbons Knuppy, Yuna, Wody und Jupp. In der neuen Anlage haben sie mehr Platz, um sich auszutoben. Auch für die Besucher ergeben sich dank einer Glaswand zum Tropenhaus neue und bessere Möglichkeiten, um die Tiere zu beobachten als bisher.

Zusammen haben die Kerngebäude des Tropenhauses und des neuen Affengeheges laut Botanika etwa 1,2 Millionen Euro gekostet. 510.000 Euro hat Hanse-Wasser für das Tropenhaus beigesteuert. Rund 400.000 Euro hat die AFAS-Stiftung des mittlerweile verstorbenen Kaufmanns Alfred Seggel in den Bau der neuen Affen-Anlage investiert.

3 Verbindungsbrücke vom "Himalaya" ins Tropenhaus

Tropische Pflanzen in einem sehr großen Gewächshaus von oben
Eine Brücke führt vom Himalaya-Schauhaus zu einer Empore im Tropenhaus. Dort oben verdichten sich die Kronen der Pflanzen wie in einem tropischen Regenwald zum Grünteppich. Bild: Radio Bremen | Alexander Schnackenburg

Der Weg ins Tropenhaus führt nicht nur durch den Haupteingang auf Erdniveau, sondern auch weit oben gibt es einen Eingang: über eine Verbindungsbrücke aus dem Himalaya-Schauhaus. Sie führt direkt auf eine Empore, von der aus man das gesamte Tropenhaus überblickt. Zudem kann man derzeit auch sämtliche Puppenkästen der Schmetterlinge auf der Empore bewundern.

4 Insektengarten für heimische Insekten

Noch in der Entstehung begriffen ist der Insektengarten für heimische Arten wie Zitronenfalter und Marienkäfer auf der Vorderseite des Tropenhauses. Die Botanika plant, den Garten im Laufe des kommenden Herbstes fertigzustellen. Der Garten soll die Gäste unter anderem darüber informieren, wie man selbst insektenfreundliche Gärten und Balkone gestalten und so zum Artenschützer werden kann. Das Umweltressort unterstützt den Insektengarten der Botanika mit 187.000 Euro.

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  • Alexander Schnackenburg Autor

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 8. September, 19.30 Uhr