Bremer Lehrervertreter: Maskenpflicht ab der 7. Klasse reicht nicht

  • Personalrat Schulen und GEW sind skeptisch ob die Maßnahme reicht
  • Bildungsbehörde arbeitet an entsprechender Senatsvorlage
  • Derzeit gibt es fast 3.000 Quarantäne-Fälle an Kitas und Schulen
Schülerinnen und Schüler tragen während des Unterrichts eine Maske.
In der Bremer Bildungsbehörde laufen derzeit Überlegungen, eine Maskenpflicht für Schülerinnen und Schüler aber der Jahrgangsstufe sieben einzuführen. (Symbolbild) Bild: DPA | Matthias Balk

Die Pläne der Bremer Bildungsehörde für eine Maskenpflicht im Unterricht ab Klasse sieben ab kommender Woche stoßen bei Lehrervertretern auf Skepsis. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Bremen begrüßt die Behördenpläne zwar grundsätzlich, hält sie aber nur für ausreichend, wenn dadurch Ruhe an die Schulen komme und ein dauernder Wechsel zwischen Unterrichtet zu Hause oder in der Schule vermieden wird.

Dass dieses Ziel erreicht wird, glaubt Gewerkschafts-Vorstand Elke Suhr aber nicht. Sie hält weiter an halben Klassen fest. Nur so könnten die AHA-Regeln auch von den Schülern im Unterricht befolgt werden. Sie sieht ein ein weiteres Problem bei den Mund-Nase-Masken. Das Abnehmen der Maske nach 45 Minuten sei erforderlich, Unterrichtseinheiten dauerten aber oft 90 Minuten.

Personalrat Schulen fordert Luftfilter und Schnelltests

Dem Personalrat Schulen gehen die Behördenpläne ebenfalls nicht weit genug. Das RKI empfehle ganz deutlich: Maske für alle, erklärte Vorstandsmitglied Frauke Toppe. Nur Atemschutz reiche aber nicht, sagte sie weiter und fordert Luftfilter sowie Corona-Schnelltests für die Schulen.

Die Bremer Gesundheitsbehörde bezeichnet das Vorhaben als sinnvoll. Die Pläne gingen in die richtige Richtung, sagte Behördensprecher Lukas Fuhrmann auf Nachfrage.

Bildungsbehörde arbeitet an Beschluss zur Maskenpflicht

Die Bremer Bildungsbehörde arbeitet derzeit an einer Senatsvorlage, die eine Maskenpflicht im Unterricht an Bremer Schulen ab der siebten Jahrgangsstufe vorsieht. Bereits in der nächsten Woche könnte dann entschieden werden, die Coronaverordnung entsprechend zu ändern.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hatte sich schon zu Beginn der Woche dafür ausgesprochen, dass eine Maskenpflicht im Unterricht in der aktuellen Phase hoher Infektionszahlen "zumutbar" sei, auch an den Grundschulen. Aus der Bremer Bildungsbehörde hieß es da noch, dass man keinen Grund sehe, die Maskenpflicht auszuweiten.

Fast 3.000 Kinder, Lehrer und Erzieher in Quarantäne

Derzeit befinden sich in Bremen 2.845 Kinder, Jugendliche, Lehrer und Erzieher aus Schulen und Kindergärten in Quarantäne. Sie alle gelten als Kontaktperson der Kategorie I und hatten längeren Kontakt mit einer später an Corona infizierten Person. Dazu kommen noch 238 Menschen aus diesem Personenkreis, die mit Corona infiziert sind.

Rückblick: Schulanfang bei steigenden Corona-Infektionen

Video vom 26. Oktober 2020
Mehrere Abiturienten sitzen im Klassenraum mit Masken.
Bild: Radio Bremen

Autorin

  • Carola Schwirblat Redakteurin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Nachrichten, 12. November 2020, 7 Uhr