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Corona-Ticker (4. Juni): Schule in Bremerhaven muss schließen

Die Karl-Marx-Schule wird von vielen Mitgliedern einer Freikirche besucht, in der es einen Ausbruch gab. Deshalb wird sie vorerst geschlossen. Die Entwicklung im Liveticker.

Der Eingang zur Karl-Marx-Grundschule in Bremerhaven
In Leherheide werden an der Karl-Marx-Schule vorübergehend keine Kinder unterrichtet. Bild: Radio Bremen

+++ Karl-Marx-Schule bleibt geschlossen +++

In Bremerhaven wird die Karl-Marx-Grundschule in Leherheide ab sofort bis mindestens zum Ende der kommenden Woche geschlossen. Laut Magistrat wird die Schule von vielen Mitgliedern der Freikirche besucht, in der es ein sogenanntes Cluster gibt. Neben der Schließung sollen umfangreiche Tests an der Schule durchgeführt werden.

Nach bisherigem Kenntnisstand des Krisenstabs gebe es bisher keinerlei Hinweise auf eine Übertragung des Coronavirus in Bremerhavener Schulen. Am Donnerstag stieg die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in Bremerhaven auf 56,1 und liegt somit über der Obergrenze. Ein Großteil der Infektionen ist auf eine freikirchliche Gemeinde zurückzuführen. Insgesamt sind der Religionsgemeinschaft mittlerweile 96 positive Fälle zuzuordnen, davon 59 mit Wohnsitz in Bremerhaven.

+++ Erstaufnahmestelle in Vegesack nimmt wieder Flüchtlinge auf +++

Ab sofort nimmt Bremen in der Erstaufnahmestelle in der Vegesacker Lindenstraße wieder Flüchtlinge auf. Derzeit ist die Einrichtung mit eigentlich 750 Plätzen laut Sozialressort nur mit 160 Personen belegt. Für die Dauer der Corona-Pandemie sei eine Belegung mit etwa 200, aber nicht mehr als 250 Menschen angestrebt. Neuankömmlinge sollen auf das Virus getestet werden und vorerst in eigenen Räumen untergebracht werden.

In den vergangenen Monaten wurde die Zahl der Personen in der Aufnahmestelle reduziert, um die Auswirkungen des Coronavirus zu kontrollieren. Tatsächlich bewies ein Massentest im April, dass sich 200 Bewohner infiziert hatten. Schwere Krankheitsverläufe mit Behandlung auf der Intensivstation habe es laut Ressort nicht gegeben.

+++ 10 Neuinfektionen in Bremen +++

In Bremen gab es am Donnerstag zehn neue bestätigte Coronafälle. In Bremerhaven fielen 27 Tests positiv aus, damit überschreitet die Stadt die Obergrenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Insgesamt wurden im Land Bremen seit Ausbruch der Pandemie 1.500 Personen positiv auf das Virus getestet, 1.171 von ihnen gelten als genesen. Einen weiteren Todesfall gab es nicht, 42 Menschen sind im Land Bremen an dem Virus gestorben.

+++ Handwerkskammer-Präses begrüßt Konjunkturpaket +++

Der Präses der Bremer Handwerkskammer Thomas Kurzke sieht das von der Bundesregierung beschlossene Konjunkturpaket als "Schritt in die richtige Richtung", so Kurzke. Die Maßnahmen in den Bereichen Gebäudesanierung, Digitalisierung, Klimaschutz, Breitbandausbau und Wasserstoffstrategie seien ein wichtiger Beitrag zur Zukunftssicherung. "Ausdrückliche Zustimmung des Handwerks finden auch die Senkung der Mehrwertsteuer sowie vorgesehene finanzielle Unterstützungen für Betriebe, die trotz der Corona-Krise ihr Ausbildungsplatzangebot in diesem Jahr aufrechterhalten oder sogar steigern wollen", sagte Kurzke.

+++ Bremerhaven überschreitet Obergrenze +++

Die Stadt Bremerhaven meldet 27 neue Coronafälle. Damit überschreitet Bremerhaven den Schwellenwert von 50 Fällen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen. Der Wert liegt nun bei 56,1. Ob deswegen bestimmte Corona-Lockerungen in der Stadt zurückgenommen werden, ist noch nicht bekannt.

Bisher hatte der Krisenstab das ausgeschlossen, weil das Geschehen im Zusammenhang mit einer Pfingstgemeinde gut eingrenzbar sei. 26 Fälle lassen sich der freikirchlichen Gemeinde zuordnen, in der es einen großen Corona-Ausbruch gibt. Insgesamt sind der Religionsgemeinschaft mittlerweile 96 positive Fälle zuzuordnen, davon 59 mit Wohnsitz in Bremerhaven.

Corona-Update Bremerhaven: Obergrenze überschritten

Video vom 4. Juni 2020
Moderator Felix Krömer im buten un binnen Studio, im Monitor Patrick Florenkowsky live aus Bremerhaven.
Bild: Radio Bremen

+++ Ryanair will Flugbetrieb in Bremen wieder aufnehmen +++

Die Fluggesellschaft Ryanair plant die Wiederaufnahme des Flugbetriebs am Bremer Flughafen. Das teilte der Bremer Airport mit. Voraussichtlich ab Anfang Juli sollen Ryanair-Maschinen dann wieder von Bremen nach Alicante, Málaga, Mallorca, London, Porto und Thessaloniki fliegen. Flughafen-Chef Kleinert sagte: Der Bremer Flughafen habe sich für Reisen in Corona-Zeiten gerüstet und bereits vor drei Wochen alle erforderlichen Maßnahmen der Gesundheitsbehörde umgesetzt.

+++ Bremer Kitas sollen weiter geöffnet werden +++

Die Bremer Bildungsbehörde plant die Betreuung in den Kitas auszuweiten. Wie die Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD) auf der Sitzung der Bildungsdeputation am Mittwochabend verkündete, sollen die Kitas ab 15. Juni wöchentlich mindestens 20 Stunden Regelbetrieb anbieten.

+++ Bovenschulte: Bremen profitiert vom Konjunkturpaket der Bundesregierung +++

Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) schätzt das Konjunkturpaket der Bundesregierung als "wahrscheinlich wirksam" ein. Das sagte er im Gespräch mit Bremen Zwei. "Insgesamt ist das ein gutes Programm", sagte Bovenschulte. Eine beschlossene Maßnahme ist die Senkung der Mehrwertsteuer für sechs Monate von 19 auf 16 Prozent. Zur Frage, ob die Unternehmen die Steuervergünstigungen an die Kunden weitergeben, äußerte sich Bovenschulte optimistisch. Die Konkurrenz sorge dafür, dass die Steuersenkung weitergegeben wird. "Ich gehe davon aus, dass das grundsätzlich so sein wird und deshalb werden dann viele Menschen davon profitieren." Die Senkung der Mehrwertsteuer helfe im Unterschied zu anderen Steuersenkungen wirklich allen Menschen.

Die höhere Prämie für den Kauf von Elektro-Autos findet Bovenschulte gut. Schließlich spiele die E-Mobilität im Bremer Mercedes-Werk eine besondere Rolle.

Wie viel von den Fördersummen letztlich in Bremen ankommt, hänge davon ab "wie plietsch wir sind", sagte Bovenschule. Es gehe jetzt darum, Anträge zu stellen, um Projekte mit diesen Geldern auf den Weg zu bringen. Wie erfolgreich Bremen hier sei, davon hänge ab, wie viel Geld letztlich hier ankomme.

Bei einem Punkt ist laut Bovenschulte schon jetzt klar, dass das Land Bremen sehr profitiere. Von dem Beschluss, dass der Bund jetzt dauerhaft 75 Prozent der Unterkunftskosten für Hartz-IV-Empfänger übernimmt, profitierten Bremen und Bremerhaven sehr.

+++ Bürgermeister Bovenschulte lobt Konjunkturpaket der Bundesregierung +++

Mit einem Konjunkturpaket über 130 Milliarden Euro für die Jahre 2020 und 2021 will die Bundesregierung die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise bekämpfen. Union und SPD einigten sich am späten Mittwochabend. Unter anderem soll die Mehrwertsteuer gesenkt werden – für ein halbes Jahr von 19 auf 16 Prozent. Außerdem soll es mehr Geld für Familien und Kommunen geben und Entlastungen beim Strompreis. Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) zeigte sich erfreut über die Maßnahme.

Erstens: Es stärkt die Kaufkraft der Bürgerinnen und Bürger. Zweitens: Es entlastet die Kommunen. Drittens: Es stellt viele Milliarden Euro für Zukunftsprojekte und Zukunftsinvestionen bereit. Und viertens: Es spannt einen Rettungsschirm gerade für die Wirtschaftszweige, die von der Krise besonders betroffen sind.

Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte bei einer Pressekonferenz im Bremer Senat.
Andreas Bovenschulte (SPD), Bremens Bürgermeister

+++ Corona-Update aus Bremerhaven +++

Wie ist der Stand der Dinge in Bremerhaven? Aus dem Radio Bremen-Studio berichtet Patrick Florenkowsky von den Neuigkeiten aus der Seestadt.

Video vom 3. Juni 2020
Moderator Felix Krömer im Studio von buten un binnen. Auf einem Monitor ist der Redaktreu Patrick Folrenkowski ins Studio aus Bremerhaven geschaltet.
Bild: Radio Bremen

+++ Bremerhaven gehört aktuell zu den Corona-Hotspots in Deutschland +++

Bremerhaven ist aktuell einer der Corona-Hotspots in Deutschland. Bei mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in Landkreisen oder Städten in einem Zeitraum von sieben Tagen sollen wieder regional verschärfte Beschränkungen gelten. Das Robert-Koch-Institut beobachtet, wie weit die Städte und Landkreise von dieser Obergrenze entfernt liegen. Bremerhaven ist aktuell nah dran. Mit einem Wert von 37 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen liegt es deutschlandweit auf Platz 2. Nur der Landkreis Sonnenberg in Thüringen verzeichnet mit einem Wert von 44,5 mehr Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner.

+++ Zahl der Infizierten mit Bezug zur freikirchlichen Gemeinde in Bremerhaven steigt auf 70 +++

Die Stadt Bremerhaven meldet am Mittwochabend vier neue Corona-Fälle. Alle Fälle lassen sich der freikirchlichen Gemeinde, in der es einen größeren Corona-Ausbruch gab, zuordnen. Die Zahl der Infizierten Bremerhavener mit Bezug zu dieser Gemeinde steigt damit auf 33. Im benachbarten Landkreis Cuxhaven gibt es 37 positiv getestete Personen, die sich dieser Gemeinde zuordnen lassen. Vier Betroffene aus Bremerhaven werden im Krankenhaus behandelt. Im Falle der Großfamilie aus Bremerhaven, in der es nach einer Feier elf Corona-Fälle gegeben hatte, meldet die Stadt keine neuen Infizierten.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 4. Juni 2020, 19:30 Uhr