Finanzaufsicht Bafin stellt Insolvenzantrag für Bremer Greensill Bank

  • Die Finanzaufsicht Bafin hat Insolvenzantrag gestellt
  • Das hat das Amtsgericht Bremen bestätigt
  • Nur Aufsichtsbehörde hat das Recht, Insolvenzantrag zu stellen
Ein Schild mit dem Firmennamen "Greensill Bank" hängt am Eingang der Bremer Privatbank.
Die Finanzaufsichtsbehörde Bafin hat für die Bremer Greensill Bank einen Insolvenzantrag gestellt. Bild: DPA | Sina Schuldt

Die deutsche Finanzaufsicht Bafin hat für die in Turbulenzen geratene Greensill Bank einen Insolvenzantrag gestellt. Das teilte eine Sprecherin des Amtsgerichts Bremen am Dienstagmorgen auf Anfrage mit. Der Antrag von Montagabend werde nun geprüft. Ob es noch am Dienstag eine Entscheidung geben wird, blieb zunächst unklar. Das Gericht will über den weiteren Verlauf informieren.

Die Bafin hatte die Bremer Tochter des britisch-australischen Finanzkonglomerats Greensill Anfang März bereits für den Kundenverkehr geschlossen. Sparer kommen seitdem nicht mehr an ihr Geld, auch die Einlagen zahlreicher Kommunen sind betroffen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Greensill Bank AG, die Bafin hatte Strafanzeige gestellt. Dem Vernehmen nach geht es um den Vorwurf der Bilanzfälschung.

Einlagen in Höhe von 3,6 Milliarden Euro sollen bei Greensill liegen

Nach Informationen aus Finanzkreisen stehen bei der Bremer Bank rund 3,6 Milliarden Euro an Einlagen im Feuer. Davon dürften etwa 3,1 Milliarden Euro durch die gesetzliche Einlagensicherung sowie den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) gesichert sein. Das gilt vor allem für das Geld von Privatkunden.

Vergangene Woche hatte die "Wirtschaftswoche" berichtet, dass die Bafin auch gegen den Abschlussprüfer der Bank vorgehe. Wegen möglicher Mängel bei der Abschlussprüfung durch die Stuttgarter Gesellschaft Ebner Stolz wolle die Aufsicht ein Verfahren bei der zuständigen Aufsichtskommission Apas anregen, hieß es. Ebner Stolz habe den Abschluss der Greensill Bank für 2019 testiert.

Unternehmensberatung hat bei Greensill-Muttergesellschaften übernommen

Bei einer weiteren Untersuchung durch die von der Bafin beauftragte Wirtschaftsprüfung KPMG habe die Existenz zahlreicher verbuchter Forderungen aber nicht nachgewiesen werden können. Die Bafin äußerte sich nicht zu dem Bericht. Bei den in Großbritannien und Australien ansässigen Muttergesellschaften von Greensill haben inzwischen Insolvenzexperten der Unternehmensberatung Grant Thornton das Ruder übernommen.

Der Skandal um die Greensill Bank: Kommunen bangen um Millionen

Video vom 10. März 2021
Das Gebäude von außen der Bremer Greensill Bank.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 16. März 2021, 10 Uhr