Bahnstrecke zwischen Bremen und Delmenhorst bleibt gesperrt

  • Entgleister Güterzug am Bahnhof Neustadt konnte noch nicht geborgen werden
  • Aufräumarbeiten dauern vermutlich bis Donnerstag
  • Schienenersatzverkehr ist eingerichtet; Fernverkehr wird umgeleitet
Video vom 4. Februar 2020
ENtgleiste Waggons in der Nacht

Im Bahnhof Bremen-Neustadt dauern die Aufräumarbeiten nach der Entgleisung eines Güterzuges an. Am Dienstagnachmittag war der Zug kurz vor dem Bahnhof entgleist. Dabei wurden die Oberleitungen beschädigt, zwei Oberleitungsmasten knickten um. Zudem sind mehrere Schienen stark verbogen, sodass die Regionalzüge der Bahnunternehmen nicht mehr durchkommen. Der Schaden sei "enorm", so der Pressesprecher der Bundespolizei Holger Juretzko. Neun Waggons waren aus den Schienen gesprungen, einer davon steht nach wie vor quer auf dem Gleisbett. Verletzt wurde dabei jedoch niemand.

Bislang liegen die Waggons nach wie vor im Gleisbett. Aktuell wartet die Deutsche Bahn noch auf die Freigabe der Unfallstelle und den verunglückten Zug durch die Behörden – so sagte es eine Sprecherin buten un binnen. Anschließend könne ein Spezialschlepper die entgleisten Waggons dann wegziehen. Wie lange das dauern wird, ließe sich aktuell nicht zuverlässig sagen.

ENtgleiste Waggons in der Nacht
Auch am Mittwochmorgen stand der Waggon immer noch quer. Die Aufräumarbeiten dauern an. Mitarbeiter der DB seien rund um die Uhr an der Unfallstelle, so eine Sprecherin.

Wie genau die leeren Waggons der DB Cargo entgleisen konnten, ist noch nicht bekannt. Die Bundespolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. "Wir ermitteln in jede Richtung, auch von menschlichem und technischem Versagen", so Juretzko. Der Güterzug kam mit 38 Schüttgutwaggons leer aus Oberhausen und sollte in Wilhelmshaven mit Kohle beladen werden.

Fernverkehr bleibt stark betroffen

Der Unfall ereignete sich kurz hinter der Weserbrücke. Sie bildet ein Nadelöhr für den gesamten Bahnverkehr von Bremen Richtung Oldenburg, Wilhelmshaven und Emden. Laut Deutscher Bahn kommt es auf der Fernverkehrsstrecke zwischen Norddeich Mole und Dresden zu Ausfällen und Verspätungen. Züge zwischen Leer und Hannover werden teilweise in beiden Fahrtrichtungen umgeleitet, mehrere Halte fallen komplett aus. Züge aus Hannover enden in Bremen, Züge aus aus Norddeich-Mole in Hude. Dazwischen fahren Busse als Ersatz.

Über Ausfälle und Umleitungen informiert die Bahn auf ihrer Website. Auch die Nordwestbahn informiert auf ihrer Website sowie auf Twitter über Ausfälle und Ersatzbusse. Viele Pendler sind aber offenbar bereits vom Zug aufs Auto umgestiegen - die Bremer Verkehrsmanagementzentrale meldet mehr Verkehr als üblich, vor allem auf der B75 und der A28 Richtung Bremen.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 4. Februar 2020, 19:30 Uhr