Gartenstadt Werdersee: Wie ein Stadtteil "aus sich selbst" entsteht

600 Wohnungen werden gebaut – ein kleiner, ganz neuer Stadtteil für Bremen. Mit der tonhaltigen Erde vom Baugelände werden die Steine für die Häuser gebrannt.

Eine Baustelle, bei der neue Gebäude entstehen.

Der ein oder andere mag es beim Radfahren entlang des Werdersees schon gesehen haben: Neben dem Friedhof Huckelriede tut sich was. Wo vorher eine Wiese war, wird nun gebaut und zwar in großem Stil. Auf 16 Hektar Fläche entstehen hier in den nächsten fünf Jahren 590 Wohnungen und Reihenhäuser. 200 Millionen Euro kostet das Projekt Gartenstadt Werdersee. Es ist eines der größten Bauprojekte Bremens.

Wo lange nur Unkraut wuchs, ragen jetzt vier Kräne in die Höhe. Baumaschinen fahren hin und her, Lkw liefern Baumaterial, andere fahren Erdreich weg. Mittlerweile sind 27 Wohneinheiten fast fertig, die Fenster sind eingebaut. Nun startet der Innenausbau. Noch in diesem Jahr werden bereits die ersten Bewohner einziehen.

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250 Sozialwohnungen entstehen

65 von 85 Reihenhäusern in der Gartenstadt Werdersee sind bereits verkauft. 130 bis 170 qm groß sind die Häuser, zwischen 380.000 und 520.000 Euro müssen die Käufer bezahlen. Dafür sind die Reihenhäuser sehr wandelbar, betont Uwe Schierloh, der Geschäftsführer der Projektgesellschaft Gartenstadt Werdersee:

Hier haben wir jetzt die Zwei-Raum-Variante gewählt. Das hat den großen Vorteil, dass diese Häuser mitwachsen. Wenn die Kinder aus dem Haus sind, kann man Wände wieder entfernen.

Uwe Schierloh, Geschäftsführer Gartenstadt Werdersee

Auch Sozialwohnungen entstehen auf dem Gelände zwischen Habenhauser Landstraße und Habenhauser Deich. Die GEWOBA baut hier 250 Wohnungen. Eine Grundschule, eine Kindertagesstätte, auch ein Supermarkt und kleinere Geschäfte stehen auf dem Plan.

Neubau von Gewoba in der Gartenstadt Werdersee
So sieht der GEWOBA-Neubau in der Gartenstadt Werdersee Bild: Gewoba

Die GEWOBA baut zudem das Heizkraftwerk, das sowohl Mietshäuser als auch Reihenhäuser und Eigentumswohnungen mit Wärme versorgen wird. Initiativen hatten gegen die Bebauung des Geländes protestiert, insbesondere gegen den Bau eines siebenstöckigen Mietshauses direkt am Deich. Die Behörde ruderte daraufhin zurück: Nun wird das höchste Haus auf dem Gelände bloß fünf Stockwerke hoch.

Ziegelsteine aus der ton- und lehmhaltigen Erde

Etwa ein Fünftel der Fläche ist bereits verbaut. In dem hinteren Bereich in Richtung Werdersee sind große Gruben ausgehoben. Dadurch werden jedoch nicht nur die Fundamente für die nächsten Häuser gelegt. Denn die zutage geförderte Erde ist wiederverwendbar: Der Ton und der Lehm, der darin enthalten ist, wird zum Brennen neuer Ziegelsteine genutzt. Das sei nachhaltig und einmalig in Deutschland, so Projektleiter Schierloh.

„Unser Lehm ist geeignet, um ihn zu Klinker und Riemchen zu verarbeiten, den nimmt uns eine Firma ab und er kommt als Endprodukt zurück, und wir können unseren Kunden sagen: Was wir aus deiner Baugrube geholt haben, das kriegst du in irgendeiner Form wieder ans Haus.“

Uwe Schierloh, Projektleiter Gartenstadt Werdersee

Das Richtfest auf dem Baugelände Gartenstadt Werdersee wird am 30. August gefeiert. Dort gibt es unter anderem eine Führung durch ein Musterhaus.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Nachmittag, 19. August 2019, 15:25 Uhr