Corona-Hilfe: Gabenzäune für Bremens Obdachlose

Insbesondere Obdachlose leiden unter den Einschränkungen durch das Coronavirus. Um sie mit dem Nötigsten zu versorgen, haben Bremer jetzt zwei Gabenzäune eingerichtet.

An einem Zaun im Bremer Viertel hängen Schilder mit Spendenaufrufen und Plastiktüten mit Lebensmitteln.
Mal mehr, mal weniger Spenden hängen an den Zäunen.

Ob Lebensmittel oder warme Kleidung: Seit einigen Tagen können Bremer obdachlosen Menschen unter die Arme greifen – direkt und ohne Umwege. Denn an bislang zwei Orten in der Stadt wurden Gabenzäune eingerichtet, also Orte, an denen Tüten mit Spenden aufgehängt werden können.

Ich bin auch selbst betroffen und verdiene durch die Krise weniger Geld. Aber ich finde es wichtig, zu helfen, wo man helfen kann.

Lebensmittelspenderin am Sielwall

Diese Spendentüten können wohnungslose Menschen und andere Bedürftige dann mitnehmen. Denn gerade durch die wegen der Corona-Krise geschlossenen Hilfseinrichtungen und die Einschränkungen des öffentlichen Lebens hat sich ihre Situation enorm verschlechtert.

Wer die Zäune am Hauptbahnhof und am Sielwall eingerichtet hat, ist unklar. Doch wer auch immer es war – mit ihrer Idee sind sie nicht alleine. Auch eine Gruppe der Nachbarschaftshilfe hatte sich vorgenommen, einen Gabenzaun einzurichten. "Es ist wichtig, dass die Leute versorgt werden können – auch ohne Kontakt", sagt Sarah Eichelberg. Sie war an der Planung beteiligt.

Der schwierige Weg zum Gabenzaun

"Aber so einen Zaun einzurichten, ist gar nicht so einfach", erzählt Eichelberg. Denn für eine Genehmigung durch das Ordnungsamt müsse man auf einiges achten. So dürften auf keinen Fall abgelaufene Lebensmittel an den Zaun gehängt werden. Und auch die Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus müssten eingehalten werden.

Mit diesen Vorgaben ein Konzept zu entwickeln, brauche Zeit. "Noch während wir einen Zaun geplant haben, sind die anderen beiden aufgetaucht", so Sarah Eichelberg. Deswegen würde ihre Gruppe nun erstmal beobachten, was mit diesen Gabenzäunen passiert. "Und falls die vom Amt abgebaut werden sollten, werden wir es noch einmal über den offiziellen Weg versuchen", sagt Eichelberg.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 26. März 2020, 23:30 Uhr