Fragen & Antworten

Könnten Corona-Schnelltests den Nordsee-Tourismus zu Ostern retten?

Osterurlaub auf den Nordseeinseln mit Corona-Schnelltests – diese Idee wird von der Politik und der Tourismusbranche diskutiert. So stehen die Chancen.

Eine Frau mit Schutzmaske bürstet die Fassade eines Gebäudes vor dem Strand in Cuxhaven ab.
Welche Möglichkeiten könnte es geben, um Tourismus an der Nordsee zur Osterzeit zu ermöglichen? Darum wird derzeit gerungen. Bild: DPA | Sina Schuldt
Welche Hoffnungen können sich Urlaubswillige zu Ostern machen?
Die Hoffnungen für alle in der Breite sind eher klein, zumindest wenn man mit Hotelbesitzern an der Küste spricht. Bei manchen gibt es noch eine kleine Resthoffnung. Aber die schwindet so langsam. Ähnlich sieht das auch die Kurdirektorin der Wurster Nordseeküste Sandra Langheim: "Das ist natürlich ein bisschen die Glaskugel für uns alle. Aber ich gehe leider nicht davon aus, dass wir ein Ostergeschäft haben werden. Ich glaube, dass uns die Mutationen des Coronavirus noch große Probleme machen werden." Für die Hotels ist es momentan bereits der vierte Monat, in dem sie komplett dicht sind.
Wie realistisch ist es, dass Menschen mit negativem Corona-Test reisen dürfen?
Das ist schwer zu sagen. Das Thema haben am Dienstag auch Politiker der ostfriesischen Inseln mit dem Hotel- und Gaststättenverband Dehoga diskutiert. Sie fordern, dass Menschen mit negativem Corona-Test zu Ostern wieder auf die Inseln dürfen. Die Niedersächsische Dehoga-Vorsitzende Birgit Kolb-Binder spricht sich ebenfalls dafür aus, mit Schnelltests einen Osterurlaub möglich zu machen. Nach dem Vorbild von Helgoland, wo Besucher auch nur mit negativem Ergebnis Zutritt erhalten. Darüber wolle sie nun mit Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sprechen, um die Öffnung des Tourismus in den Stufenplan aufzunehmen, der kommende Woche beim Bund-Länder-Treffen Thema wird.

Weil selbst sagt, einen Monat vor Ostern könne dazu von der Politik keine seriöse Entscheidung getroffen werden. Es müsse abgewartet werden, wie sich die Corona-Zahlen entwickeln. Und die sind in den letzten Tagen eher wieder gestiegen. Der Chef des Niedersächsischen Corona-Krisenstabes, Heiger Scholz, findet die Idee interessant. Es gelte die Reedereien mit ins Boot zu holen, um die Tests am Anleger zu kontrollieren. Derweil blicken die Insulaner mit gemischten Gefühlen auf Ostern. Einerseits müssten sie Geld verdienen, andererseits hätten sie Angst vor Mutanten, sagt Juist-Bürgermeister Tjark Goerges. Die große Sorge: Täglich kann sich die Corona-Lage ändern. Auch Norderney wurde binnen weniger Tage zum Hotspot.
Wie steht es um die Forderung, dass Geimpfte wieder auf die Inseln dürfen?
Israel hat es vorgemacht: Mit einem "Grünem Pass" – also einem Impfpass – ist da fast alles wieder möglich. Auch Griechenland und Zypern planen ähnliche Regeln für Touristen. Und das ist etwas, was sich auch Hotels in Norddeutschland vorstellen könnten. Zum Beispiel der Chef vom Strandhotel in Duhnen, Christian Kamp: "Wer sich impfen lässt und dann mit einem digitalen Pass ausgestattet wird, dass diese Leute wieder ins normale Leben entlassen oder geschickt werden können, dass hört sich für mich sehr logisch und positiv an."

Drastische Reisebeschränkungen – ja oder nein?

Video vom 29. Januar 2021
Leere Schalter am Flughafen Bremen.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Autoren

  • Leonard Steinbeck
  • Joschka Schmitt Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Bremen Vier Läuft, 23. Februar 2021, 15:15 Uhr