Wie sich eine Bremer Familie ein Imperium auf Norderney baut

Mehrmals in der Woche fahren Marc und Jens Brune aus Bremen auf die Insel Norderney. Touristen sind sie nicht, die beiden Brüder betreiben drei Hotels und zwei Cafés auf der Insel. Schon die Eltern und Großeltern haben dort ihre Fußspuren hinterlassen.

Die Familie Brunes am Kaffee trinken in Strandkörben.

60.000 Gäste übernachten jedes Jahr in den Hotels der Bremer Familie – entweder im Designhotel "Inselloft", erbaut aus vier historischen Häusern, dem Hotel "Seesteg" oder im "Haus am Meer", dem Stammhaus des kleinen Insel-Imperiums mit rund 250 Beschäftigten. Alle Häuser sind gestaltet von Marc Brune, dem älteren der beiden Brüder.

Aber auch an anderer Stelle hat sich der Architekt auf Norderney verewigt. Mit einem Umbau hat er dem defizitären Staatsbad als luxuriös anmutendes Badehaus zu neuem Glanz verholfen. Und auch dem Conversationshaus, einem der ältesten Gebäude der Insel, hauchte er in Zusammenarbeit mit dem Kurdirektor neues Leben ein.

Das Inselloft auf Norderney
Das "Inselloft" ist eines der drei Hotels auf Norderney im Besitz von Familie Brune.

Sein jüngerer Bruder Jens Brune kümmert sich indes um den Betrieb der Hotels und Cafés der Familie. Als gelernter Hotelier ist er zuständig für die Abläufe in den drei Hotels. Er sorgt für Entspannung unter den Tagesgäste im "Café Marienhöhe" und in der "Milchbar".

Er und sein Bruder bleiben bei allem, was sie tun, lieber im Hintergrund. "Typisch Brune ist für uns, dass wir eher selten vor der Kamera stehen, sondern meistens Regie hinter der Kamera führen und viel im Stillen organisieren", sagt der ältere Bruder, Marc Brune.

Wie die Eltern, so die Söhne

Das, was sie tun, wurde ihnen wohl schon in die Wiege gelegt. Vater Ewald Brune ist wie sein Vater und sein Großvater zuvor – und wie jetzt auch Sohn Marc – Architekt. Ewald Brune hat mit dem Verwaltungsgebäude der Becks-Brauerei und der Katharinenhof-Passage in der Bremer Innenstadt dort schon seine Spuren hinterlassen. Von Mutter Birgit Brune kommen der Hang zum Hotelgewerbe und die Verbundenheit zu Norderney: Bereits ihre Großeltern betrieben in den 30ern das "Haus am Meer", das erst sie und später ihre Söhne weiter führen sollten.

Norderney hat seine steigende Attraktivität auch dem Engagement von Familie Brune zu verdanken. "Wir waren auf dem Weg zum Pommes-Tourismus", erinnert sich der ehemalige Bürgermeister Klaus-Rüdiger Aldegarmann. "Da war uns klar, dass wenn wir was ändern wollen, wir auf Qualität setzen müssen." Unter seiner Ägide erfuhr Norderney einen Aufschwung. Ganz vorne mit dabei: die Brunes.

Als nächstes ein Fünf-Sterne-Hotel

Doch die Pläne der Bremer Familie für die Insel gehen noch weiter. Auf einer Brachfläche neben dem Badehaus soll ein Luxushotel entstehen. Das "Grand Beach Hotel" soll fünf Sterne und 128 Zimmer in bester Lage haben. Trotz anfänglicher Skepsis einiger Inselbewohner konnte Marc Brune die Mehrheit für sein 42-Millionen-Euro-Projekt gewinnen.

Gelenkt wird das Insel-Imperium von der Firmenzentrale in der Schwachhauser Heerstraße in Bremen aus. Trotzdem: Jeden zweiten Tag fährt einer vom Team nach Norderney – zu den Mitarbeitern auf Norderney. Und dort wird weiter gearbeitet an der Zukunft der Insel. Ein zweites Sylt soll es nicht werden, aber ein bisschen Luxus darf schon sein.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 13. Juli 2017, 19:30 Uhr