Sie machen Radio und keiner schaltet ein? Wie Bremen Eins das änderte!

Wir spulen zurück: Vor 20 Jahren hieß es erstmals: "Einen schönen guten Tag, hier ist das neue Bremen Eins!" So ist es dazu gekommen und das ist seitdem passiert.

Bremen-Eins-Moderatoren im Studio in der Vahr: Lars Cohrs, Andreas Schnur und Dirk Böhling
Bremen-Eins-Moderatoren im Studio in der Vahr: Lars Cohrs, Andreas Schnur und Dirk Böhling. Bild: Radio Bremen | Jan Rathke

Stellen Sie sich vor, Sie machen Radio und keiner schaltet ein. So ergeht es der Hansawelle, nachdem sie lange Zeit der angesagte Radiosender in Bremen und Umgebung war. Eine Institution sozusagen mit Sendungen wie dem Kaffeepott, ausführlichen Berichten von den Bürgerschaftssitzung, Spielen mit den Menschen vor den heimischen Empfängern, Hörspielen und ganz vielen Musiksendungen.

Doch in den 90er Jahren geht es steil bergab. Da helfen auch flotte Sprüche nicht, wie etwa: "Die neue Hansawelle. Damit es Ihrem Radio gut geht." 2001 ist Schluss – nach mehr als einem halben Jahrhundert. Auch um Kosten zu sparen, werden die altehrwürdige Hansawelle und ihre 5-jährige Schwester Radio Bremen Melodie zusammengelegt.

Das neue Programm soll am 30. April 2001 um Punkt 13 Uhr auf Sendung gehen, was längst nicht jeder in der Stadt mitbekommen hat. Trotzdem läuft pünktlich der Countdown. In illustrer Runde zählen Bürgermeister Henning Scherf, Beat-Club-Moderatorin Uschi Nerke, die Vorsitzende des Rundfunkrates Roswitha Erlenwein und Radio-Bremen-Intendant Heinz Glässgen mit. Gemeinsam drücken sie den roten Knopf und schalten die Welle on Air.

Hier ist das neue Bremen Eins. Es ist soweit, wir haben lange darauf gewartet. Nun kann´s losgehen.

Erste Ansage auf Bremen Eins

Der allererste Studiogast ist dann auch der Bremer Landesvater persönlich: Henning Scherf erklärt, warum das Land und der Sender so eng verbunden sind: "Radio Bremen ist für die Selbstständigkeit Bremens eigentlich überhaupt nicht zu überschätzen, sondern das ist fast wie ein und dasselbe."

Wellenchef ist Peter Welfers. Der betont beim Sendestart geradezu gebetsmühlenartig, dass man ein Programm machen werde, das die Menschen wirklich hören wollen. "Ich war eigentlich von Anfang an doch sehr überzeugt davon, dass wir mit dem Programm Erfolg haben würden. Dass das auf Anhieb so schnell, so gut geklappt hat, da war ich doch sehr überrascht, damit konnte man nicht rechnen."

Programmstart Bremen Eins: Den roten Knopf drücken Henning Scherf, Uschi Nerke, Rita Erlenwein und Heinz Glässgen
Historischer Moment mit Henning Scherf, Uschi Nerke, Roswitha Erlenwein und Heinz Glässgen Bild: Radio Bremen | Pico Wilm

Von der Hansawelle, deren Frequenz man übernommen hat, will sich der neue Sender unbedingt abgrenzen. Auf der Suche nach einem eigenen Profil kommen Welfers und sein Stellvertreter Werner Knobbe auf eine – wie sich im Nachhinein herausstellt – famose Idee: Sie wollen den Beat-Club wiederbeleben. Uschi Nerke war sofort Feuer und Flamme bei dem Gedanken, wieder zurück zu Radio Bremen zu kommen. Und so begrüßt sie samstags die Hörer in ihrer gewohnten Art mit einem fröhlichen "Hallo an alle!“ Nicht nur der Beat-Club ist bis heute mit dabei, sondern auch die tägliche Chronik, die Oldiebörse und die Rundschauen. Entscheidend aber: Die Musikauswahl trifft den Geschmack des Publikums.
Stellen Sie sich vor, Sie machen Radio und ganz, ganz viele schalten ein. Bremen Eins ist mittlerweile das meistgehörte Radioprogramm im Land Bremen.

So klang der Sendestart von Bremen Eins 2001:

Bremen-Eins-Mottobecher "20 Jahre Bremen Eins"
Zu unserem runden Geburtstag gibt es für die Kandidaten und Kandidatinnen im Becherwisserquiz einen exklusiven Jubiläumsbecher zu gewinnen. Bild: Radio Bremen | Janis Fisch
Bild: Radio Bremen | Janis Fisch

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Autor

  • Michael Kruse Nachrichtenredakteur

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Morgen, 30. April 2021, 6:05 Uhr