Ermittlung nach Brandanschlag auf Lokal in Ganderkesee eingestellt

Ein Einsatzfahrzeug der Polizei steht vor einem Restaurant, nachdem es dort zu einem Brand gekommen war.
Unbekannte haben vor einem Jahr ein Brandanschlag auf ein italienisches Restaurant in Ganderkesee verübt und Hakenkreuze hinterlassen. Bild: DPA | Thorsten Konkel
  • Unbekannte verübten Brandanschlag auf italienisches Restaurant in Ganderkesee
  • Polizei fand hinterher Hakenkreuze an den Wänden
  • Im vergangenen Jahr mehrere Brandanschlag in Bremen und dem Umland

Ein Jahr nach dem Brandanschlag auf das Restaurant "Don Gantero" in Ganderkesee im Kreis Oldenburg sind die Hintergründe der mutmaßlich rassistischen Tat weiter unklar. Das Verfahren sei bereits vor einiger Zeit eingestellt worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Oldenburg auf Nachfrage. Wenn neue Ermittlungsansätze auftauchen, werde das Verfahren aber unaufgefordert wieder aufgenommen, hieß es.

Am 14. Oktober 2020 hatten Unbekannte Feuer in dem italienischen Restaurant gelegt und damit nach Angaben der Polizei einen Schaden von schätzungsweise 500.000 Euro angerichtet. Die Täter schmierten Hakenkreuze an die Wände. Neben den laut Polizei "augenscheinlich rechtspolitisch motivierten Symbolen" stellten die Ermittler Einbruchsspuren fest.

Polizei setzte für Hinweise Belohnung von 3.000 Euro aus

Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat im ehemaligen Bahnhofsgebäude beitragen, setzte der Oldenburger Polizeipräsident im Februar 2021 eine Belohnung von 3.000 Euro aus. Doch entsprechende Hinweise gab es bislang nicht.

Neben der Brandstiftung in Ganderkesee gab es im vergangenen Jahr im Bremer Umland weitere Brandanschläge auf Restaurants von Menschen mit Einwanderungsgeschichte. Jedes Mal schmierten der oder die Täter Hakenkreuze an die Wände. So brannte es Mitte Februar 2020 im "Martini" in Syke im Kreis Diepholz. An der Außenwand sowie auf dem Pflaster vor dem Gebäude entdeckte die Polizei aufgesprühte Hakenkreuze und den Spruch "Ausländer raus".

Bilder einer Überwachungskamera zeigten, wie zwei vermummte Personen Benzin als Brandbeschleuniger in dem Lokal ausgossen. Dennoch konnte die Tat nicht aufgeklärt werden, die Ermittlungen wurden eingestellt.

In Gnarrenburg ermittelte Polizei zwei Tatverdächtige

Anders sieht es bei den Ermittlungen nach dem Brand im Restaurant "Hexenkeller" in Gnarrenburg im Kreis Rotenburg aus. Im Juli 2020 stand das Inventar des Lokals in Flammen. "Die Ermittlungen laufen noch", sagte ein Polizeisprecher. "Es gibt zwei Tatverdächtige, gegen die wir ermitteln." Weitere Details wollte er nicht nennen. Ob es ein rassistischer Anschlag war, könne derzeit noch nicht beurteilt werden. Dazu seien noch zu viele Fragen offen.

Razzia nach Brandanschlag auf Bremer Jugendzentrum

Im Februar 2020 gab es außerdem ein Brandanschlag auf das Bremer Jugendzentrum "Friese". Vor rund drei Wochen hat die Polizei im Zuge der Ermittlungen Wohnungen und Autos von Verdächtigen aus der rechtsextremen Szene durchsucht.

Nach Anschlag auf Bremer Jugendzentrum: Razzia gegen Rechtsextreme

Video vom 23. September 2021
Ein durch den Brandanschlag zerstörter Raum im Jugendzentrum in der Friesenstraße.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 14. Oktober 2020, 9 Uhr