So könnte das Gelände der ehemaligen Wollkämmerei bald aussehen

  • Entwurf sieht Berufsschulcampus für bis zu 4.000 Schüler vor
  • Fünf Berufsschulen sollen zusammengelegt werden
  • Es wird mit Kosten in niedrigem dreistelligen Millionenbereich gerechnet
Video vom 21. Januar 2020
Eine Aufnahme der ehemaligen Wollkämmerei in Bremen Blumenthal.
Bild: Radio Bremen

Auf einer der größten Industrie-Brachen Bremens soll ein Berufsschulcampus für bis zu 4.000 Schülerinnen und Schüler entstehen. Drei Planungsbüros hatten dafür Konzepte ausgearbeitet. Der Sieger-Vorschlag erhält in Blumenthal viel Beifall. 

Das holländische Planungsbüro "De Zwarte Hond" schlägt in seinem Entwurf vor, das Areal in mehreren Stufen zu entwickeln. So könnten nach und nach fünf Berufsschulen, die momentan noch im Bremer Westen und Norden verteilt lägen, auf dem Campus zusammengefasst werden.

Azubi-Wohnheim geplant

Der Plan sieht vor, dass künftig die Ausbildungsbereiche Bautechnik, Metallbau, Metall- und Elektrotechnik, Hauswirtschaft und Sozialpädagogik sowie Garten- und Landschaftsplanung in Blumenthal angesiedelt sind. Zum Campus soll eine gemeinsame Mensa ebenso gehören wie ein Azubi-Wohnheim.

Plan der neuen Berufsschulcampus (blau ist neu, rot ist Bestand)
So soll der Berufsschulcampus in Bremen-Bluemthal aussehen. Bild: De Zwarte Hond

Das Konzept der Niederländer sieht vor, die alten, teilweise denkmalgeschützten Gebäude der Wollkämmerei zu modernisieren und mit neuen Baukörpern zu ergänzen. Für drei Schulen sind Neubauten geplant, zwei sollen in Bestandsgebäude einziehen. Zudem sieht der Plan vor, auf dem gesamten Gelände kleine Gewerbehöfe für Handwerksbetriebe entstehen zu lassen.  

500 Parkplätze sollen entstehen

Ein besonders auffälliges Element ist das Parkhaus mit 500 Stellplätzen, das am Rande des Areals entstehen soll. Das Planungsbüro stellt sich ein Gebäude mit abgeflachtem Grün-Dach vor, das als Tribüne für Veranstaltungen genutzt werden könnte.  Eine alte Halle soll zur Sportstätte werden. Nach dem Willen der Planer sollen diese dann nicht nur die Berufsschulen, sondern Blumenthaler Vereine nutzen können.

Simulation für Blumenthal
Nicht nur lernen, sondern auch leben: Auch ein Veranstaltungsort und eine Sportstätte soll entstehen. Bild: De Zwarte Hond

Die Architekten planen außerdem, das Gelände stärker nach außen hin zu öffnen – sowohl Richtung Blumenthaler Ortskern als auch zur Weser. Als  Übergang zum Fluss sehen die Niederländer einen Boulevard mit Terrassen als Sitzmöglichkeiten vor.

Positive Resonanz, aber Finanzierung fehlt noch

Eine Aufnahme der ehemaligen Wollkämmerei in Bremen Blumenthal.
Derzeit liegt das Gelände der alten Wollkämmerei brach. Bild: Radio Bremen

Beinahe euphorisch ist der Plan am Montagabend in der Blumenthaler Beiratssitzung aufgenommen worden. "Meine Beiratskollegen und ich sehen das Konzept sehr positiv, weil wir es als sehr große Chance für Blumenthal empfinden", erklärte Beiratssprecher Hans-Gerd Thormeier (CDU). Ortsamtsleiter Peter Nowack (SPD) sprach von einer historischen Chance für den Stadtteil. Seit die Wollkämmerei selbst im 19. Jahrhundert gebaut worden sei, habe es in Blumenthal keine solch große Investition mehr gegeben.

Noch ist das Projekt allerdings nicht finanziert. Die meisten Beobachter rechnen mit Kosten in einem niedrigen dreistelligen Millionenbereich. Das meiste davon müsste die Bildungsbehörde tragen. Dort steht man den Plänen grundsätzlich positiv gegenüber, müsse aber erst die Haushaltsverhandlungen der Regierungskoalition abwarten, hieß es auf Nachfrage.

Autor

  • Sebastian Manz

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 21. Januar 2020, 19.30 Uhr