So bereitet sich die Polizei auf das Nordderby vor

Am Samstag um 18.30 Uhr treffen Werder und der HSV im ausverkauften Weser-Stadion aufeinander. Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um das brisante Derby.

Ein Fan des Hamburger SV versucht am Bremer Weserstadion an berittenen Polizisten vorbei, zu anderen Hamburg-Fans zu gelangen.
Beim Nordderby im Frühjahr 2014 trennten berittene Polizisten die HSV-Fans von den Werder-Anhängern. Mittlerweile werden die Fan-Gruppen per Zaun strikt getrennt. Bild: DPA | Carmen Jaspersen
Was macht das Nordderby so brisant?
Ganz klar: Die Tabellenkonstellation. Werder ist Fünfzehnter, die Hamburger belegen den Abstiegsplatz 17. Sollten die Bremer gewinnen, könnten sie ihren Vorsprung auf den HSV auf neun Punkte ausbauen – und der HSV hätte große Probleme aus der Abstiegszone wieder rauszukommen. Denn selbst der Relegationsplatz 16 ist schon vor diesem Spieltag sechs Punkte entfernt. Den belegt Mainz, und die haben ein Heimspiel gegen die kriselnden Wolfsburger.
Die Befürchtung: Sollte der HSV verlieren, wäre der Frust besonders hoch. Schon in der vergangenen Woche, bei der 1:2-Niederlage der Hamburger gegen Leverkusen, lagen die Nerven bei einigen Fans blank. Tumulte im Fanblock, als sich die Mannschaft nach dem Spiel bedanken wollte. Vorher drohten Fans der eigenen Mannschaft mit dem Plakat "Bevor die Uhr ausgeht, jagen wir euch durch die Stadt".
Dazu kommt die lange gewachsene Rivalität beider Klubs, die das Duell für Teams, Fans und auch die Polizei zu einem ganz besonderem macht. Weil es in den vergangenen Jahren aber relativ ruhig geblieben sei, geht Daniel Behm vom Fanprojekt Bremen davon aus, dass das auch in diesem Jahr so sein wird.
HSV Leverkusen Plakat
Drohungen gegen die eigene Mannschaft: Bei einigen HSV-Fans liegen die Nerven offenbar blank. Bild: imago | Oliver Ruhnke
Wie schätzt die Polizei die Lage ein?
Der Fußball-Einsatzleiter der Polizei Bremen, Andreas Löwe, geht davon aus, dass mindestens 800 gewaltbereite Fans beider Lager in der Stadt sein werden. "Darunter sind Ultras und klassische Hooligans, beim Nordderby sind aber auch betrunkene 'normale' Fans sehr aggressiv." So könnten Situationen sehr schnell kippen.
Was macht die Polizei, um die beiden Fanlager zu trennen?
Viele Hamburg-Fans werden am Samstagnachmittag mit Zügen am Bremer Hauptbahnhof ankommen. Die Polizei wird sie dort in Empfang nehmen. Anschließend geht es mit Shuttle-Bussen und unter polizeilicher Begleitung zum Osterdeich nahe der Westkurve. Dort werden die HSV-Fans hinter einem Sichtschutzzaun zum Gästeblock laufen. Schon seit einigen Jahren setzt die Polizei auf diese strikte Fan-Trennung.
Insgesamt werden Hunderte Polizeibeamte aus ganz Deutschland im Einsatz sein. Einzelnen polizeibekannten Anhängern hat die Polizei verboten, einen bestimmten Radius rund um das Stadion zu betreten.
Welche Verkehrseinschränkungen wird es geben?
Der Osterdeich wird für Autos wie immer zwischen Sielwall und Stader Straße zirka zweieinhalb Stunden vor und etwa eine Stunde nach Spielende gesperrt. Parkplätze am Stadion stehen nur noch für Berechtigte mit Ausweis beziehungsweise für Reisebusse zur Verfügung.

Wegen des Shuttle-Services müssen sich Reisende am Hauptbahnhof ab etwa 15 Uhr am Samstag auf Verzögerungen einstellen. Für Züge gelten konkrete Auflagen, wie ein Mitführverbot von Glasflaschen, Getränkedosen, pyrotechnischen Gegenständen, Schutzbewaffnung und Vermummungsgegenständen. Bei einem Verstoß kann ein Zwangsgeld in Höhe von 250 Euro verhängt werden.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Läuft, 23. Februar 2018, 11:20 Uhr