Anwohnerparken startet heute im Bremer Viertel

  • Verstöße gegen die neue Parkordnung sollen vorerst nicht geahndet werden
  • Ordnungsamt will 14-tägige Übergangszeit abwarten
  • Regelbrecher sollen "gelbe Karten" erhalten
Anwohnerparkzone in Bremen
In Bremen gibt es bereits diverse Anwohnerparkzonen, in denen das Parken nur mit einem entsprechenden Ausweis erlaubt ist (Archivbild). Bild: Radio Bremen | Jakob Patzke

Heute startet das Anwohnerparken im Bremer Viertel in der östlichen Vorstadt. In dem Bereich zwischen Sankt-Jürgen-Straße, der Bismarckstraße, der Horner Straße und Vor dem Steintor dürfen von heute an nur noch Anwohner ihre Fahrzeuge mit einem entsprechenden Ausweis, den sie für 30 Euro im Jahr beim Amt für Straßen und Verkehr beantragen müssen, kostenlos abstellen. Alle anderen müssen einen Parkschein kaufen.

Eigentlich hätte das Anwohnerparken schon am 15. Oktober starten sollen. Doch in der Zusammenarbeit mit den beauftragten Firmen sei es zu Verzögerungen gekommen, erklärte Susanne Findeisen, die das Projekt für die Bremer Verkehrsbehörde koordiniert, auf Anfrage von buten un binnen. Wegen dieser Verspätung werden die Bewohnerparkausweise einen Monat länger gültig sein.

Verstöße gegen die neue Parkordnung werden laut Findeisen allerdings erst ab dem 19. November geahndet. Bis dahin sollen in einer Übergangsphase lediglich "gelbe Karten" verteilt werden, die auf die neuen Regeln hinweisen. Grobe Verstöße hingegen, wie etwa das Zuparken von Rettungswegen, sollen auch in den nächsten 14 Tagen bestraft werden.

Bewohnerparken soll klare Regeln bringen

Wegen der Corona-Pandemie fiel die geplante gemeinsame Enthüllung der Bewohnerparkschilder aus. In einer gemeinsamen Pressemitteilung erklärten Verkehrssenatorin Maike Schaefer (Grüne) und Innensenator Ulrich Mäurer (SPD), dass sie sich von der Umstellung auf das Bewohnerparken klare Parkregeln erhoffen. "Straßenraum ist durch die gegebene Breite natürlich begrenzt. Deshalb müssen wir mit dem vorhandenen Platz besser haushalten", sagte Schaefer.

Mäurer wies auch auf das Problem hin, dass die Autos immer größer werden: "Es war nicht mehr hinnehmbar, in welchem Maße sich Behinderungen hier durch parkende Autos auf den Gehwegen eingebürgert hatten. Das Problem hat sich in den letzten Jahren verstärkt, da die Fahrzeuge immer breiter wurden. Im Schnitt rund 20 Zentimeter mehr als früher."

Mit dem Bewohnerparken soll insbesondere verhindert werden, dass Menschen von außerhalb die Quartiere zuparken. Pendler sollen laut Verkehrsbehörde für ihren Parkplatz bezahlen oder gleich auf andere Verkehrsmittel umsteigen. Für das Ressort von Senatorin Schaefer ist es das erklärte Ziel, das Bewohnerparken im Viertel aber auch in Findorff, der Neustadt und Schwachhausen auszuweiten. Erforderlich ist hierfür immer eine Untersuchung über die in dem Quartier vorhandenen Parkplätze und die Anzahl der Fahrzeuge. Außerdem muss der jeweilige Stadtteilbeirat das Bewohnerparken beschließen. In Findorff ist ein solches Vorhaben schon auf dem Weg.

Zu viele Autos in Bremen: Darum wird Parken wohl bald teurer

Video vom 12. Februar 2020
Eine Reihe Autos, die auf einem Bordstein parken und den Gehweg verengen.
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 5. November 2020, 19:30 Uhr