Die 5 wichtigsten Begriffe an Bremer Schulen in Corona-Zeiten

Was bedeutet Distanzunterricht? Was Wechsel- und Hybridunterricht? Und was genau ist eine Kohorte? Corona hat neue Schul-Begriffe geprägt, die alle kennen sollten.

Schülerinnen und Schüler sitzen mit Abstand in einem Klassenraum (Archivbild)
Das Lernen bei großem Abstand und in kleinen Gruppen ist typisch für den Schulunterricht in Zeiten der Corona-Pandemie. Bild: DPA | Christoph Schmidt

1 Präsenzunterricht

"Präsenzunterricht ist der Regelfall" heißt es in dem Rahmenkonzept für das laufende Schuljahr aus dem Bremer Bildungsressort. Grundsätzlich soll der Unterricht demnach trotz Corona so weit wie möglich in der Schule stattfinden. Die Schülerinnen und Schüler sollen hierzu in die Schule kommen.

Das Unterrichtsvolumen soll dabei im Wesentlichen von drei Faktoren bestimmt werden: dem aktuellen Infektionsgeschehen, dem verfügbaren Personal und den unter Wahrung der Abstandsregeln verfügbaren Räumen. Statt von "Präsenzunterricht" ist in der öffentlichen Diskussion auch oft von Regelunterricht die Rede.

2 Distanz- oder Fernunterricht

"Distanzunterricht ist der besondere Fall", heißt es in dem Rahmenkonzept des Bremer Bildungsressorts für das laufende Schuljahr. Die Schülerinnen und Schüler sollen möglichst nur dann aus der Ferne, also online, unterrichtet werden, wenn der übliche Unterricht aufgrund des Infektionsgeschehens nicht oder nur sehr eingeschränkt stattfinden kann.

In Bremen arbeiten nach Angaben des Bildungsressorts inzwischen alle Lehrkräfte mit der landesweiten Lernplattform itslearning. Die Plattform soll den Fernunterricht erleichtern. Zudem werden alle Schülerinnen und Schüler leihweise mit iPads ausgerüstet.

Speziell für Grundschulkinder gilt: Sollte der Fernunterricht über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten werden müssen, so müssen die Schulen sicherstellen, dass die Lehrkräfte "regelmäßig, mindestens aber zweimal pro Woche, mit den Kindern Kontakt aufnehmen", heißt es in dem Rahmenkonzept des Bildungsressorts.

Wenn die Aufgaben, zumal für kleinere Schulkinder, nicht digital angeboten werden können, müssen die Kinder analoge Aufgaben erhalten und zwar solche, die sie selbstständig bewältigen können. Das heißt in der Praxis: Neuer Lehrstoff soll Grundschülern nicht im Distanzunterricht vermittelt werden, sondern ausschließlich im Präsenzunterricht.

3 Wechsel- und Hybridunterricht

Hinter dem Begriff "Wechselunterricht" verbirgt sich der Unterricht von halbierten Klassen. Auf diese Weise soll das Infektionsrisiko für alle Beteiligten verringert werden. Eine Hälfte der Klasse bleibt hierzu im Wechsel mit der anderen Hälfte zu Hause.

In der Theorie kann man hierzu die abwesenden Schüler per Videokonferenz mit großer Leinwand im Klassenzimmer einblenden, wo die Lehrkraft hör- und sichtbar für alle unterrichtet. Wer eine Frage hat, hebt die Hand, ob im Klassenzimmer oder zuhause am Bildschirm. In der Praxis fehlt es oft sowohl den Schulen als auch den Privathaushalten an der geeigneten technischen Ausstattung hierzu.

An Bremens Schulen setzen die Lehrerinnen und Lehrer daher in der Regel auf eine andere Form des Wechselunterrichts, die meist als "Hybridunterricht" bezeichnet wird. Hierbei werden die abwesenden Schüler nicht per Videokonferenz zugeschaltet, sondern bekommen Übungsaufgaben zu dem Lernstoff aus dem Präsenzunterricht. Idealerweise werden diese Aufgaben gleich am nächsten Tag kontrolliert, da sich die Halbgruppen in ihrer Anwesenheit an den Schulen täglich abwechseln.

4 Kohorten

Eine Kohorte ist in den Schulen eine begrenzte Lerngruppe. An den Grundschulen versteht man in Bremen üblicherweise eine Klasse als Kohorte. An den Oberstufen setzen sich Kohorten zwar aus Schülerinnen und Schüler mehrerer Kurse zusammen. Doch auch hier wird vermieden, dass sich die Kohorten untereinander vermischen, indem man sie beispielsweise durch Flure trennt oder die Pausenzeiten sowie die des Unterrichtsbeginns entzerrt.

Auf diese Weise lassen sich die Kontakte unter den Schülerinnen und Schülern reduzieren. Zugleich lassen sich mögliche Infektionen leichter nachvollziehen und Schutzmaßnahmen wie die Quarantäne der betroffenen Kohorten in die Wege leiten. Kohorten sollen maximal 60 Personen umfassen.

Kritiker bemängeln, dass die Trennung der Schülerinnen und Schüler in Kohorten nur sehr bedingt haltbar sei. So kämen viele Kinder und Jugendliche aus unterschiedlichen Kohorten etwa auf dem Weg in die Schule oder im privaten Umfeld doch immer wieder zusammen.

5 Notbetreuung

Im Frühjahr 2020, während des ersten Lockdowns, hat Bremen für Kita-Kinder, aber auch für Schulkinder bis einschließlich der 6. Klasse eine Notbetreuung angeboten. Das Angebot galt in erster Linie für Kinder, deren Eltern im Gesundheitswesen, im Öffentlichen Dienst oder in anderen sogenannten kritischen Infrastrukturen tätig waren. Auf diese Weise wollte Bremen sicherstellen, dass diese Eltern weiterhin ihren Beruf ausüben konnten statt daheim auf Kinder aufzupassen.

Einen ähnlichen Weg haben andere Bundesländer auch in den Tagen vor den Weihnachtsferien eingeschlagen. Bremen dagegen hatte sich für die Tage vor Weihnachten dazu entschieden, den Schülerinnen und Schülern freizustellen, ob sie trotz der hohen Corona-Infektionszahlen zur Schule kommen wollen oder nicht. Auf diese Weise ist die Betreuung der Schüler auch ohne Notbetreuung gewährleistet geblieben.

So sollen Schüler und Eltern in Bremen den Lockdown meistern

Video vom 15. Dezember 2020
Ein Schulkind mit einem Tablet.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Autor

  • Alexander Schnackenburg Autor