Fragen & Antworten

Corona-Lage in Bremer Kliniken "so schwierig wie noch nie"

Ärzte und Pflegekräfte betreuen Patienten in einem der Behandlungszimmer der Intensivstation in der Universitätsmedizin Rostock.

So stark sind Kliniken in Bremen gerade durch Corona belastet

Bild: DPA | Jens Büttner

Viele Menschen stecken sich im Sommer 2022 mit Corona an – auch das Krankenhauspersonal. Was das für den Betrieb in Bremer Kliniken bedeutet.

Wie zeigt sich die Belastung durch Corona in den Bremer Kliniken?
Gerade zeigt es sich besonders durch eine schwierige Personallage, die sich durch fast alle Kliniken und Krankenhäuser in Bremen zieht. Das führt wiederum dazu, dass planbare Operationen, die nicht dringend notwendig sind, verschoben werden müssen.
Wie schwierig ist es gerade in den großen Krankenhäusern?
Bremens grösste Krankenhausgesellschaft – die Gesundheit Nord (Geno) – sagt, die Situation sei "so schwierig wie bisher noch nie in dieser Pandemie." In den vier Geno-Kliniken fallen zur Zeit knapp 200 Beschäftigte durch Corona aus. Dazu kommt, dass gerade die Haupturlaubszeit ist. Außerdem sind die Fallzahlen in Bremen im Moment verhältnismäßig hoch: 108 Corona-Patienten werden – Stand Donnerstag – in Bremer Kliniken stationär versorgt.
Ist die Geno ein Einzelfall?
Im St. Joseph-Stift zeichnet sich ein ähnliches Bild ab. Es gab dort zuletzt wieder mehr Corona-Patienten. Außerdem sind aktuell ungefähr 30 eigene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Isolation. Eine Sprecherin des Diako sagte zu buten un binnen, dass es im Moment "ein Kraftakt" sei, trotz der Covid-Fälle in der eigenen Belegschaft während der Urlaubszeit die Versorgung zu gewährleisten. Wie in den anderen Krankenhäusern werden auch im Diako punktuell nicht dringend notwendige Operationen verschoben. Dass Behandlungen verschoben werden, sei allerdings im Moment die Ausnahme und nicht die Regel.
Welche Folgen ergeben sich aus der aktuellen Situation für Besucherinnen und Besucher von Krankenhäusern in Bremen?
Einige Krankenhäuser haben ihre Zugangs- und Besuchsregelungen verschärft. Zum Beispiel sind besuche bei der Geno nur zwischen 14 und 18 Uhr möglich. Außerdem müssen alle Besucherinnen und Besucher einen tagesaktuellen, negativen Test vorlegen – auch wenn sie geimpft oder genesen sind. Einen negativen Test braucht man auch im DIAKO. Ein Selbsttest reicht nicht, sondern es braucht einen zertifizierten Test. Die Besuchszeit auf den Stationen ist auf maximal eine Stunde beschränkt. Damit möchten die Kliniken das Ansteckungsrisiko möglichst gering halten.

Autor

  • Christian Schwalb Nachrichtenredakteur

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Bremen Vier läuft, 29. Juli 2022, 15:15 Uhr