5 Dinge, die Sie über den ersten Tatort mit Inga Lürsen wissen sollten

Die Schauspieler Sabine Postel und Oliver Mommsen laufen in Hamburg vor dem Cinemax-Kino über den Roten Teppich.
Das Bremer Tatort-Duo mit Sabine Postel und Oliver Mommsen war dauerhaft präsent. Bild: DPA / Picture Alliance | Axel Heimken

Mit "Inflagranti" startete eine lange Bremer Tatort-Serie mit der Schauspielerin Sabine Postel. Aber nicht nur sie blieb der Rolle lange treu.

Als Kriminalhauptkommissarin Inga Lürsen ihren ersten Fall im Fernsehen übernahm, lag die letzte und bisher einzige "Tatort"-Folge aus Bremen schon sehr lange zurück. 1973 ermittelte Kommissar Böck nach einem Drehbuch von Dieter Wedel in der Hansestadt. Danach blieb Bremen lange eine "Tatort"-Diaspora, bis die Schauspielerin Sabine Postel 1997 kam.

Zu diesem Zeitpunkt war die 43-Jährige dem Fernsehpublikum bereits bekannt: als vielbeschäfftigte Mutter Sibylle Schefer in der erfolgreichen Radio-Bremen-Serie "Nicht von schlechten Eltern". Auch im Tatort spielt sie eine Mutter, diesmal jedoch alleinerziehend und in einer ganz anderen Rolle. Als Kommissarin sollte sie resolut sein mit schwarzem Humor, ohne Mädchengetue aber mit einem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit.

Ihr erster Fall flimmerte mit dem Titel "Inflagranti" am 28. Dezember 1997 in die deutschen Wohnzimmer. Neben Hauptkommissarin Inga Lürsen alias Sabine Postel zählten noch Kommissar Stefan Stoll alias Rufus Beck und Polizeipsychologe Kai Helmold alias Alexander Strobele zum Ermittler-Team. Schon die Dreharbeiten sorgten für viel Wirbel in Bremen und jedes Detail wurde mit großem Tamtam öffentlich.

1 Wie die Tatort-Ermittler ihre Dienstausweise bekamen

Bild: Radio Bremen

So ließ es sich der Bremer Polizeichef, Rolf Lüken, nicht nehmen, die Schauspieler symbolisch in den Polizeidienst aufzunehmen. Vor versammelter Presse überreichte er ihnen persönlich die Dienstausweise sowie zwei Polizei-Maskottchen mit den drolligen Namen Locky Wachsam und Leo Listig. Mit ungespielten Erstaunen nahm das Trio alles entgegen. Schnell mussten sie aber feststellen, dass die Ausweise gar nicht echt waren. Zum einen war die laufende dreistellige Nummer bei allen gleich: dreimal die Null. Zudem stand im Inneren des grünen, klappbaren Ausweis fett das Wort "ungültig". So sollte präventiv jeglicher Missbrauch unterbunden werden. Dafür bekamen die Schauspieler später viele Tipps von den Profis. So durften sie mit auf Streife gehen, machten Schießübungen und lernten, Handschellen anzulegen.

2 Wovon ihr erster Fall handelte

Mitten in der Nacht wird Hauptkommissarin Inga Lürsen zu Familie Broders gerufen: Nicole Broders hat ihren Mann tot in der Sauna gefunden. Vieles deutet darauf hin, dass Herzversagen allein nicht seinen Tod herbeigeführt haben kann. Doch wer könnte Interesse an Peter Broders Tod gehabt haben? Etwa der Einbrecher, der davon ausging, allein im Haus zu sein? Oder gab es Probleme im Leben des erfolgreichen Geschäftsmannes Peter Broders, die seine trauernde Witwe absichtlich verschweigt? Sollte die glückliche Kleinfamilienidylle nur Fassade gewesen sein? Als dann noch der achtjährige Sohn Jan plötzlich verschwindet, wird der Fall noch komplizierter.

3 Ob der Hamster wirklich gestorben ist

Bild: Radio Bremen

In einer sehr kleinen Nebenrolle war ein Hamster zu sehen, der vergeblich versuchte in einer Kloschüssel zu schwimmen. Offenbar hatte der kleine Jan ihn einfach in der Toilette ersäuft. Aber sollte das Tier wirklich im Film zu Tode gekommen sein? Nachforschungen führten zu einer Bremer Tierhandlung, wo der Hamster entliehen wurde. Auf Nachfrage beschwört die Besitzerin jedoch hoch und heilig, dass das Tier unversehrt nach den Dreharbeiten wieder in seinen Käfig zurückgebracht wurde.

4 Wo sich der erste Tatort genau befand

Bild: Radio Bremen

Viele Zuschauer hatten sich vor der Ausstrahlung gefragt, von welcher Seite sich Bremen und Bremerhaven zeigen werden. Der erste Fall spielte dann aber ausgerechnet im Speckgürtel, also im Bremer Umland: im Nachbarort Oyten. Dort waren die Anwohner voll in die Dreharbeiten mit eingebunden. Allen voran Horst Kackebart und seine Freundin Manuela Thies, die ihr Einfamilienhaus in der Straße "Zur Tiefen Wiese" zur Verfügung stellten und sogar auch als Komparsen mitwirkten. Im Film suchten sie sich aber fast vergeblich. Ihr Auftritt war eigentlich nur in Zeitlupe erkennbar. Auch andere Nachbarn waren überrascht, dass Oyten als Drehort viel zu kurz kam.

5 Welche Vorgänger Kommissar Stedefreund hatte

Kriminalhauptkommissarin Inga Lürsen bliebt 22 Jahre im Dienst – anders als ihre Assistenten und Vorgesetzten. Los ging es mit Schauspieler Rufus Beck: Er spielte den Kommissar Stefan Stoll und war in den beiden Folgen "Inflagranti" (28.12.1997) und "Brandwunden" (26.04.1998) zu sehen. Danach ging es mit Heikko Deutschmann weiter, der in genau einer Folge als Kommissar Henning Kraus auftrat: "Voll ins Herz" (13.09.1998). Der nächste Kollege hieß dann Tobias von Sachsen – gespielt von Heinrich Schmieder. Er ist in den beiden Folgen "Die apokalyptischen Reiter" (24.10.1999) und "Kalte Wut" (21.10.2001) zu sehen. Erst nach fünf Jahren kommt Nils Stedefreund alias Oliver Mommsen ins Team und bleibt an ihrer Seite bis zum gemeinsamen Abgang 2019.

Das ewige Duo Lürsen / Stedefreund ermittelte in 34 Folgen:

  • Eine unscheinbare Frau (11.11.2001).
  • Endspiel (20.05.2002).
  • Schatten (28.07.2002).
  • Der schwarze Troll (25.05.2003).
  • Die Liebe der Schlachter (16.11.2003).
  • Abschaum (04.04.2004).
  • Scheherazade (05.06.2005).
  • Todesengel (10.07.2005).
  • Requiem (25.09.2005).
  • Stille Tage (21.05.2006).
  • Schwelbrand (21.01.2007).
  • Strahlende Zukunft (26.08.2007).
  • Familienaufstellung (08.02.2009).
  • Schiffe versenken (24.05.2009).
  • Tote Männer (14.06.2009).
  • Königskinder (07.02.2010).
  • Schlafende Hunde (30.05.2010).
  • Stille Wasser (13.02.2011).
  • Der illegale Tod (15.05.2011).
  • Ordnung im Lot (12.02.2012).
  • Hochzeitsnacht (16.09.2012).
  • Puppenspieler (24.02.2013).
  • Er wird töten (09.06.2013).
  • Brüder (23.02.2014).
  • Alle meine Jungs (18.05.2014).
  • Die Wiederkehr (15.03.2015).
  • Wer Wind erntet, sät Sturm (14.06.2015).
  • Der hundertste Affe (16.05.2016).
  • Echolot (30.10.2016).
  • Nachtsicht (12.03.2017).
  • Zurück ins Licht (22.10.2017).
  • Im toten Winkel (11.03.2018).
  • Blut (28.10.2018).
  • Wo ist nur mein Schatz geblieben (22.04.2019).

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Autorin

Dieses Thema im Programm: Das Erste, Tatort, 28. Dezember 1997, 20:15 Uhr