Angespannte Krankenhaus-Lage: Geno blickt mit Sorge auf die Feiertage

Ärzte stehen in einem Operationssaal.

Bremer Krankenhausgesellschaft hat 270.000 Überstunden angehäuft

Bild: DPA | Hauke-Christian Dittrich
  • Lage in Bremer Krankenhäusern bleibt angespannt.
  • Krankenhausgesellschaft Geno ist besorgt im Hinblick auf die Feiertage.
  • Gesundheitsressort startet Infokampagne um Notaufnahmen zu entlasten.

Erkältungswelle, Überstunden, kranke Kinder: In vielen Bereichen steht das Gesundheitssystem in Deutschland und auch in Bremen aktuell unter Druck. Besonders mit Blick auf die Feiertage und Silvester wirft das Fragen auf. Ist Bremen für diese Tage gewappnet? Die Bremer Krankenhausgesellschaft Gesundheit Nord (Geno) kann hier jedenfalls keine Entwarnung geben: "Aufgrund der angespannten Lage in den Kliniken blicken wir schon mit etwas Sorge auf die Feiertage", sagt eine Sprecherin zu buten un binnen.

Die Probleme sind aus Sicht der Geno vielfältig: "Zum Fachkräftemangel kommen ein hoher Krankenstand beim Personal – und vermutlich mehr Menschen, die in die Notaufnahmen kommen, weil die Hausarzt-Praxen geschlossen sind." Die Krankenhäuser setzen darauf, dass sich Menschen bei weniger schweren Fällen an die Praxen wenden und sich bei Unsicherheit zunächst beim medizinischen Notdienst der Krankenkassen melden. Sollten sich alle daran halten, könnten die Krankenhäuser auch alle Patienten gut versorgen, so die Geno.

Bremer Gesundheitsressort startet Aufklärungskampagne

Die Chefärztin der zentralen Notaufnahme am Klinikum Bremen-Mitte, Judith Gal, bezeichnet die Lage in der Bremer Notaufnahme als so angespannt wie noch nie.

Schwer kranke oder schwer verletzte Patientinnen und Patienten verdienen unsere volle Aufmerksamkeit. Doch immer wieder müssen wir auch Patientinnen und Patienten versorgen, die eigentlich beim Hausarzt, beim Ärztlichen Bereitschaftsdienst, dem Patientenservice der kassenärztlichen Vereinigung oder einfach nur bei einer Apotheke besser aufgehoben wären.

Judith Gal, Chefärztin Zentrale Notaufnahme am Klinikum Bremen-Mitte

Aus diesem Grund hat das Bremer Gesundheitsressort eine mehrsprachige Aufklärungskampagne gestartet, um die Notaufnahmen zu entlasten. So solle sich die Situation noch vor den Feiertagen entspannen. "Immer wieder kommen Menschen in die Notaufnahme, die gar nicht dorthin gehören. Das liegt teilweise auch daran, dass viele Bremerinnen und Bremer gar nicht wissen, welche Anlaufstellen ihnen bei gesundheitlichen Problemen zur Verfügung stehen", sagt Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke).

Das Gesundheitsressort verweist für die Aufklärungskampagne auf folgende Adresse: www.gesundheit.bremen.de/notaufnahmen. Hier würden Bremerinnen und Bremer Informationen zu Hausärzten, Apothekennotdiensten, dem Patientenservice und Anlaufstellen der ärztlichen Bereitschaftsdienste im Land Bremen bekommen. Die Geno betont aber auch, dass grundsätzlich keine anderen Empfehlungen als in den Vorjahren gelten würden: "Wer sich in einer akuten, sehr ernsten gesundheitlichen Gefährdungslage befindet, gehört in die Notaufnahme und sollte auch den Rettungsdienst rufen."  

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 14. Dezember 2022, 19:00 Uhr