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Polizei rätselt über Herkunft der Giftschlangen in Bremerhaven-Nord

Ein nordamerikanischer Kupferkopf reckt den Kopf in die Höhe.

Polizei rätselt über Herkunft der Giftschlagen in Bremerhaven-Nord

Bild: Imago | McPHOTO

Die Polizei rätselt: Sind die beiden hochgiftigen Vipern in Bremerhaven aus einem Bananenkarton entwischt? Oder handelt es sich um illegal gehaltene Haustiere?

Im Norden von Bremerhaven geht die Schlangenangst um. Innerhalb weniger Tage fing die Feuerwehr zwei nordamerikanische Kupferköpfe, giftige Vipern, die für gewöhnlich im Süden der USA und im Norden von Mexiko herumschlängeln, nicht aber in Bremerhaven. Wir erklären, woher die Schlangen stammen könnten, was ihren möglichen Besitzern droht und wo sie untergekommen sind.

Wo genau wurden die Schlangen gefunden?
Die Schlangen wurden jeweils in Leherheide aufgegriffen. Die erste vor einer Woche, die zweite am vergangenen Wochenende. Die Fundorte lagen in ein- und derselben Straße, einmal nahe eines Glascontainers, das andere Mal auf einem Parkplatz. Ob ein Zusammenhang zwischen den Tieren besteht, ist der Polizei noch nicht bekannt, die Ermittlungen dauern demnach weiter an. Eine mögliche, wenn auch eher unwahrscheinliche Erklärung ist, dass die Vipern aus einem Bananenkarton gekrochen sind – so wie es ab und an auch bei Spinnen der Fall ist.
Könnte es sich auch um Haustiere handeln?
Ein Reptilienexperte bestätigte buten un binnen, dass nordamerikanische Kupferkopf-Schlangen durchaus als Haustiere gehalten werden. Der Verdacht liegt also nahe, dass die Schlangen ausgebüxt sind oder dass sie ausgesetzt wurden. Das wäre laut Polizei jedoch eine Ordnungswidrigkeit, die mit bis zu 25.000 Euro Bußgeld bestraft würde. Denn um zu überleben, braucht ein nordamerikanischer Kupferkopf Wärme. Und von der gibt es in Bremerhaven für Schlangen-Empfinden eher zu wenig.

Allerdings dürfen Kupferkopf-Schlangen nur mit einer entsprechenden Ausnahmegenehmigung als Haustiere gehalten werden. Laut der Polizei sind in Bremerhaven jedoch keine Schlangen dieser Art angemeldet. Demnach müssten die Tiere illegal gehalten worden sein oder der Besitzer nicht aus Bremerhaven kommen.
Wo befinden sich die gefundenen Schlangen jetzt?
Eine der beiden Schlangen ist bei einem Reptilienfachmann aus Bremerhaven untergekommen, die andere in einem Reptilienhaus im niedersächsischen Saterland. Laut Florian Häselbarth, dem Inhaber des Reptilienhauses, gehe es der Schlange "so weit gut".

Häselbarth ärgert sich über Leute, die Tiere aussetzen, nicht richtig auf sie aufpassen oder die Gesetze nicht einhalten. Dies bringe seriöse Reptilienhalter in Verruf. "Es gibt eine große Dunkelziffer an Schmuggel und illegalen Haltungen. Das heißt, wer so ein Tier als Statussymbol haben möchte, der hat da leider Gottes eine Menge Möglichkeiten", sagt Häselbarth.

Wer sich eine solche Schlange zulegen möchte, der habe dafür viele legale Möglichkeiten, etwa über Reptilienbörsen und Fachgesellschaften. Ebendort erhält man dann auch das nötige Fachwissen, wie man mit solch einem Tier richtig umgeht.

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Autorin

  • Carolin Henkenberens Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Vier läuft, 24. Oktober 2022, 17:15 Uhr