Bremer Gesundheitswissenschaftler Glaeske tot – Lauterbach kondoliert

Bild: Radio Bremen | Michael Pundt
  • Gerd Glaeske starb im Alter von 77 Jahren
  • Glaeske kritisierte immer wieder das Corona-Management der Politik
  • Bundesgesundheitsminister Lauterbach zeigt sich betroffen

Der Bremer Wissenschaftler Gerd Glaeske ist tot. Wie das Büro von Glaeske an der Uni Bremen bestätigte, starb Glaeske am Freitag im Alter von 77 Jahren nach langer Krankheit. Der Wissenschaftler hat während der Corona-Pandemie immer wieder das Krisen-Management der Politik kritisiert. In einem Thesenpapier kritisierte Glaeske gemeinsam mit anderen Forschern, dass neben Virologen kaum andere Wissenschaftler in die Krisenplanung einbezogen wurden.

Sein Tod sorgte auch über Bremen hinaus für Trauer. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) schrieb auf Twitter: "Mit dem Gesundheitswissenschaftler Gerd Glaeske stirbt ein Pionier der Forschung zur Arzneimittelsicherheit. Ich habe ihn als Persönlichkeit und Wissenschaftler geschätzt. Er hinterlässt ein große Lücke." Auch Jutta Günther, Konrektorin der Universität Bremen, zeigte sich betroffen.

Er hat es wie nur wenige andere vermocht, sein Wissen auch allgemeinverständlich in die Breite der Bevölkerung zu tragen

Jutta Günther, Konrektorin der Universität Bremen

In Sachsen-Anhalt geboren, war Glaeske seit 1999 an der Universität Bremen als Professor für Arzneimittelversorgungsforschung tätig. Seit 2007 leitete er dort die Abteilung Gesundheit, Pflege und Alterssicherung im Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik. Zuletzt forschte Glaeske unter anderem zu der Suchtgefahr von Opiaten. Viele Jahre hatte er auch am Arzneimittelreport sowie dem Nachschlagewerk "Bittere Pillen" mitgearbeitet.

Gerd Glaeskes Tod ist "ein großer Verlust"

Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 31. Mai 2022, 19:30 Uhr