Fragen & Antworten

21-Jähriger nach Armbrust-Attacke in Bremerhaven jetzt vor Gericht

Ein Mann sitzt in der Bremerhavener Innenstadt auf dem Boden.

Armbrustschütze von Bremerhaven wegen versuchten Mords angeklagt

Bild: Privat
  • Mann hatte im Mai zwei Menschen mit einer Armbrust angegriffen.
  • Frau wurde dabei lebensgefährlich verletzt.
  • Anklage: Verdacht des versuchten Mordes in zwei Fällen.

Im Mai 2022 hat eine Tat in Bremerhaven die Menschen entsetzt. Ein junger Mann war schwer bewaffnet in seine frühere Schule gestürmt. Es ist niemand ums Leben gekommen, aber eine Frau wurde lebensbedrohlich verletzt.

Was ist im Mai in Bremerhaven genau passiert?
Der 21 Jahre alte Mann soll schwer bewaffnet seine frühere Schule aufgesucht haben. Laut Staatsanwaltschaft hatte der Mann eine Armbrust, eine Machete, eine Schreckschusspistole und ein Messer bei sich.
Mit der Armbrust soll er zweimal auf eine Mitarbeiterin im Sekretariat geschossen haben. Die Frau wurde schwer verletzt und war mehrere Tage in Lebensgefahr. Danach soll der 21-Jährige auf der Straße auf einen Mann geschossen haben, der aber unverletzt bleib, weil ihn die Geschosse knapp verfehlt haben. Die Anklage lautet: Versuchter Mord in zwei Fällen.
Was ist bekannt über das Motiv?
Der junge Mann soll in die Schule gekommen sein, um eine frühere Lehrerin zu suchen. Davon geht die Anklage aus.

„Über das Motiv lässt sich zum derzeitigen Zeitpunkt tatsächlich nur spekulieren. Die Anklage geht davon aus, dass der Angeklagte sich möglicherweise in seiner Schulzeit von der Sekretärin und auch von einer ehemaligen Lehrerin schlecht behandelt gefühlt haben könnte. Und es ist auch zu vermuten, dass eine psychische Erkrankung eine Rolle gespielt haben könnte.“

Jan Stegemann, Sprecher des Landgerichts Bremen
Drei Wochen nach dem Vorfall hat sich der 21-Jährige über einen Rechtsanwalt geäußert. In der Mitteilung hieß es, er habe ein klärendes Gespräch mit seiner Lehrerin führen wollen und hätte quasi aus Zufall die Sekretärin getroffen. Er bedauere, was passiert sei. Unklar ist, ob sich der 21-Jährige am Donnerstag vor Gericht zur Tat äußert oder ob er schweigt.
Welche Strafe könnte ihn erwarten, wenn er wegen versuchten Mordes verurteilt wird?
Versuchter Mord wird genauso bestraft wie Mord. Das heißt: lebenslänglich. Das Gericht muss aber noch über den Psychiater klären, ob der 21-Jährige komplett schuldfähig ist. Sollte das nicht der Fall sein, könnte er auch in eine Klinik kommen statt ins Gefängnis.
Welche Konsequenzen werden aus dem Fall gezogen, damit sich solche Taten nicht wiederholen?
Das Land Bremen will etwa über den Bundesrat bewirken, dass der Kauf einer Armbrust nicht mehr so einfach ist. Vor Ort hat der Fall bewirkt, dass die Notfallpläne für die Schulen in Bremerhaven und Bremen überarbeitet wurden. Dabei griffen die Konzepte in Bremerhaven allerdings sehr gut: Es gab viel Lob für die Polizei, die schnell vor Ort war, aber auch für die Reaktion der Schule.

Armbrust-Angriff in Bremerhaven: Anklagebehörde vermutet Mordabsichten

Bild: DPA | Hauke-Christian Dittrich

Mehr zum Thema:

Autorin

  • Carolin Henkenberens Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Morgen, 10. November 2022, 7 Uhr