Neuer Trainer, mehr Tempo: Werders Handballerinnen wollen hoch hinaus

Dieser neue Trainer macht Werders Handballerinnen Beine

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Seit Jahren geht es für die Bremerinnen in der 2. Liga vor allem um den Klassenerhalt. Neu-Coach Timm Dietrich möchte langfristig aber mehr mit den Handballerinnen erreichen.

Der Werder-Handball trägt eine neue Handschrift: Seit rund sechs Wochen bereitet Coach Timm Dietrich die Zweitliga-Frauen auf die kommende Saison vor – und fühlt sich wohl in seiner neuen Rolle. "Es fühlt sich sehr gut an", sagt der 33-Jährige zu buten un binnen.

Ich wurde sehr, sehr gut aufgenommen und die Mannschaft zieht voll mit – das sind natürlich wunderbare Voraussetzungen.

Handballtrainer Timm Dietrich.
Werder-Trainer Timm Dietrich zu buten un binnen

Dietrich kommt zu Werder als Drittliga-Meistertrainer

Der Nachfolger des bisherigen Werder-Trainers Robert Nijdam, der überraschend – und von reichlich Nebengeräuschen begleitet –, den Verein verlassen musste, stand zuletzt in der 3. Liga an der Seitenlinie. Und das mit Erfolg: Mit dem TV Hannover-Badenstedt holte Dietrich souverän den Meistertitel.

Die Zweitliga-Bühne ist komplettes Neuland für den ehemaligen Torhüter, der in seiner aktiven Zeit in der 3. Liga auflief. "Als Spieler habe ich aber relativ schnell gemerkt, dass ich an eine Grenze komme", sagt Dietrich. Als Trainer hingegen liege sein Limit höher, so der 33-Jährige.

Ich glaube, ich habe es ganz gut verstanden, analytisch zu denken, und bin in der Lage, die Leute zu begeistern.

Handballtrainer Timm Dietrich.
Werder-Trainer Timm Dietrich zu buten un binnen

Viermal wöchentlich bittet Dietrich seine Spielerinnen zum Training. Um sich voll auf seinen neuen Job konzentrieren zu können, hat der fünfte Werder-Coach in den vergangenen fünf Jahren seinen Traum als Deutsch- und Geschichtslehrer aufgegeben. In Bremen wohnt der 33-Jährige, der mit seiner Frau nahe Hannover ein Haus gebaut hat, in einer Wohngemeinschaft in der Neustadt.

Werders Handball-Trainer Timm Dietrich ruft zu seinen Spielerinnen.
Steht seit dieser Saison an der Seitenlinie der Werder-Frauen: Handball-Coach Timm Dietrich. Bild: Imago | foto2press

Zu den Trainingseinheiten bittet Dietrich aber nicht auf die Platte, sondern oft auch vor den Beamer. Denn Videoanalyse ist ihm wichtig, um dem Team seine Spielphilosophie näherzubringen. "Ich spiele unheimlich gern einen schnellen Handball nach vorne. Die Wurfeffektivität ist im Tempospiel deutlich höher als im Positionsangriff", betont Dietrich.

Der neue Werder-Coach soll künftig vor allem junge Spielerinnen einbauen und weiterentwickeln – von den bisherigen vier Neuzugängen ist keine Spielerin älter als 22 Jahre. In der Mannschaft kommt Dietrich jedenfalls gut an. "Tim ist ein sehr ehrgeiziger und vor allem akribischer Trainer, der viel ausarbeitet und fordert", sagt Kapitänin Denise Engelke. Für Madita Probst sei Dietrich ein "sehr angenehmer Trainer", so die Linksaußen. "Er weiß, dass er Autorität bewahren muss, pflegt aber auf der anderen Seite ein super lockeres Klima zu den Spielerinnen."

Vorrangiges Werder-Ziel ist der Klassenerhalt

Obwohl die Werder-Frauen in der vergangenen Saison in der 16 Mannschaften starken Liga immerhin den neunten Platz belegten, stecken die Bremerinnen seit Jahren immer wieder im Abstiegskampf fest. Dementsprechend sei zwar auch in der kommenden Saison das vorrangige Ziel der Klassenerhalt, sagt Dietrich, betont aber zugleich: "Mittelfristig wollen wir den Zweitliga-Standort Bremen stärken, damit wir im besten Fall nicht mehr gegen den Abstieg spielen."

Im zweiten Jahr wollen wir vielleicht auch mal ins gesicherte Mittelfeld gehen – und dann eventuell gucken, was da weiter geht.

Handballtrainer Timm Dietrich.
Werder-Trainer Timm Dietrich zu buten un binnen

Während der Ligabetrieb erst in anderthalb Wochen losgeht, beginnt die neue Spielzeit für die Bremerinnen bereits an diesem Mittwoch im DHB-Pokal (19:30 Uhr). Das Auswärtsspiel bei der HL Buchholz 08-Rosengarten, die ebenfalls in der 2. Liga auflaufen, dient Neu-Coach Dietrich dabei als erster echter Gradmesser.

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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 30. August 2023, 18:06 Uhr