Torlos, punktlos, ratlos – Werders Fehlstart ist perfekt

SC Freiburg – Werder Bremen 1:0 (2. Spieltag)

Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Drei Pflichtspiele, drei Niederlagen: Die Bremer stehen trotz einer couragierten Leistung in Freiburg mit leeren Händen da – und vor den immer gleichen Problemen.

Jiri Pavlenka hatte nach dem Abpfiff im Freiburger Stadion nur eine Frage an Maximilian Philipp: "Warum schießt du den denn nicht auf die Tribüne?" Natürlich meinte Werders Torhüter das bei aller Enttäuschung mit einem Augenzwinkern, schließlich hatte Philipp in der vergangenen Saison noch als Leihspieler in Bremen gespielt.

Doch an diesem Nachmittag hatte er seinen alten Teamkollegen mit seinem Tor in der 6. Minute der Nachspielzeit einen eiskalten Nackenschlag verpasst. Das 0:1 machte die dritte Niederlage im dritten Pflichtspiel der Saison perfekt – und damit Werders Fehlstart.

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    Der Frust saß tief bei Ole Werner nach dem 0:1 in Freiburg. Doch der Coach sah trotz der Niederlage auch positive Aspekte bei seiner Elf und gab sich kämpferisch.

Friedl: "Gegentor in der scheiß Nachspielzeit"

"Von der Leistung her war das ein sehr guter Auftritt, vom Ergebnis leider nicht", erklärte Werder-Coach Ole Werner. Aber trotz der couragierten und engagierten Leistung in Freiburg, stehen die Bremer torlos und punktlos in der neuen Saison da und blicken etwas ratlos auf die Ursachenforschung.

Wir schaffen es einfach nicht. Wenn wir gute Spiele machen und viel investieren, dann kriegen wir in der scheiß Nachspielzeit noch ein Gegentor.

Werder-Kapitän Marco Friedl

Chancen hatte Werder eigentlich genügend, um zumindest einen Punkt aus Freiburg mitzunehmen. Denn der SC erwischte einen überraschend mäßigen Tag, doch Bremen war einfach nicht zwingend genug im Abschluss. So zog sich das 0:0 weiter durch die Partie, und zwei Mal war Pavlenka dann Werders Lebensversicherung. "Der hat wahnsinnig gehalten", musste auch Freiburgs Coach Christian Streich anerkennen.

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    Ganz bittere Niederlage für die Bremer: 95 Minuten lang waren sie dem Treffer nahe, trafen aber nicht. Dafür versetzte ihnen Maximilian Philipp den späten Dämpfer.

Super-Paraden von Pavlenka

Werder-Torwart Jiri Pavlenka und Ex-Werder-Spieler Maximilian Philipp liegen sich nach dem Spiel lächelnd in den Armen. Philipp hatte das entscheidende Tor erzielt.
Die Spieler des Spiels: Jiri Pavlenka (links) hielt Werders Kasten lange überragend sauber, Maximilian Philipp erlöste Freiburg mit einem späten Treffer. Bild: Imago | Sportfoto Rudel

Die beiden furiosen Paraden von Werders Schlussmann waren echte Wachmacher, doch den Bremern wollten selbst nicht annähernd so klare Torchancen gelingen. Eine ordentliche Gelegenheit von Niclas Füllkrug war alles, was das kongeniale Sturmduo mit Marvin Ducksch an diesem Nachmittag beisteuern konnte. Unter dem Strich einfach zu wenig.

Werder fehlte in der Schlussphase die Frische, hätte mit etwas mehr Glück das Remis aber irgendwie über die Zeit bringen können. Doch Freiburg hatte mit Philipp etwas, das den Bremern fehlte: Einen, der einfach mutig und mit Wucht draufhält. Bei den Grün-Weißen waren viele Chancen schon deshalb vorzeitig im Sande veraufen, weil lieber wieder zum Nebenmann gespielt wurde, anstatt selbst abzuziehen.

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    Ausgiebig bejubeln mochte Maximilian Philipp seinen 1:0-Siegtreffer für Freiburg nicht – aus Respekt vor den Bremern, für die er in der letzten Saison noch spielte.

Werder seit 8 Pflichtspielen ohne Sieg

Werder-Trainer Ole Werner gestikuliert an der Seitenlinie während des Spiels in Freiburg.
Viel Frust für Werder-Coach Ole Werner: Seinem Team wollte das Tor einfach nicht gelingen. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Der Einsatz stimmte bei Werder, aber die Effektivität beim letzten Ball nicht und auch nicht der Mut, Verantwortung für eine Offensivaktion zu übernehmen. Das Selbstbewusstsein ist nicht da. Das kann es auch kaum, denn saisonübergreifend warten die Bremer nun bereits seit nun acht Pflichtspielen auf einen Sieg (ein Unentschieden, sieben Niederlagen).

Dazu sind die Treffer in der Nachspielzeit echte Stimmungskiller. So waren die Bremer auch im DFB-Pokal gegen Drittligist Viktoria Köln ausgeschieden. Das hängt den Spielern immer noch in den Klamotten. "Wir müssen das abstellen", forderte Mittelfeldspieler Christian Groß. Doch ein Patentrezept hatte am Samstagabend dafür noch niemand parat. Und so kam der Nachsatz von Groß dann auch etwas trotzig: "Es ist bitter, aber es geht weiter."

Wie genau, ist offen. Am Freitag wird sich entscheiden, ob Füllkrug ein Teil der Mannschaft bleiben wird. Ohne ihn wird es für Werder sicherlich keinesfalls leichter, den Fehlstart zur Aufholjagd zu drehen.

Werder-Kapitän Friedl nach 0:1 in Freiburg: "Unfassbar bitter"

Bild: Radio Bremen

Spielplan

Datum Uhrzeit Heim Gast Ergebnis
19.04.2024 20:30 Uhr
Eintracht Frankfurt E. Frankfurt
FC Augsburg Augsburg
Ergebnis: 3 zu 1
20.04.2024 15:30 Uhr
1. FC Heidenheim 1846 Heidenheim
RB Leipzig Leipzig
Ergebnis: 1 zu 2
20.04.2024 15:30 Uhr
1899 Hoffenheim Hoffenheim
Borussia Mönchengladbach M'gladbach
Ergebnis: 4 zu 3
20.04.2024 15:30 Uhr
VfL Wolfsburg Wolfsburg
VfL Bochum Bochum
Ergebnis: 1 zu 0
20.04.2024 15:30 Uhr
1. FC Köln Köln
SV Darmstadt 98 Darmstadt
Ergebnis: 0 zu 2
20.04.2024 18:30 Uhr
1. FC Union Berlin Union Berlin
Bayern München Bayern
Ergebnis: 1 zu 5
21.04.2024 15:30 Uhr
Werder Bremen Werder
VfB Stuttgart Stuttgart
Ergebnis: 2 zu 1
21.04.2024 17:30 Uhr
Borussia Dortmund Dortmund
Bayer Leverkusen Leverkusen
Ergebnis: 1 zu 1
21.04.2024 19:30 Uhr
SC Freiburg Freiburg
1. FSV Mainz 05 Mainz
Ergebnis: 1 zu 1

Tabelle

# Mannschaft Spiele Siege U Niederlagen Tore Differenz Punkte
1
Bayer Leverkusen Leverkusen
30 25 5 0 75:20 55 80
2
Bayern München Bayern
30 21 3 6 87:37 50 66
3
VfB Stuttgart Stuttgart
30 20 3 7 68:36 32 63
4
RB Leipzig Leipzig
30 18 5 7 69:34 35 59
5
Borussia Dortmund Dortmund
30 16 9 5 58:35 23 57
6
Eintracht Frankfurt E. Frankfurt
30 11 12 7 46:40 6 45
7
SC Freiburg Freiburg
30 11 7 12 42:53 -11 40
8
FC Augsburg Augsburg
30 10 9 11 48:49 -1 39
9
1899 Hoffenheim Hoffenheim
30 11 6 13 53:60 -7 39
10
1. FC Heidenheim 1846 Heidenheim
30 8 10 12 43:52 -9 34
11
Werder Bremen Werder
30 9 7 14 38:50 -12 34
12
Borussia Mönchengladbach M'gladbach
30 7 10 13 53:60 -7 31
13
VfL Wolfsburg Wolfsburg
30 8 7 15 35:50 -15 31
14
1. FC Union Berlin Union Berlin
30 8 5 17 26:50 -24 29
15
1. FSV Mainz 05 Mainz
30 5 12 13 31:48 -17 27
16
VfL Bochum Bochum
30 5 12 13 34:60 -26 27
17
1. FC Köln Köln
30 4 10 16 23:53 -30 22
18
SV Darmstadt 98 Darmstadt
30 3 8 19 30:72 -42 17

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 27. August 2023, 19:30 Uhr