Erschöpfte Fischtown Pinguins nach Marathonfinale weiter kämpferisch

Historische 98 Minuten hatte das 3. Finalspiel am Sonntag gedauert, am Ende verlor das Eishockey-Team aus Bremerhaven mit 1:2. Am Dienstagabend geht es direkt weiter.

Als es am Sonntagabend vorbei war – nach irrwitzigen 97 Minuten und 54 Sekunden –, da hatten die Spieler der Eisbären Berlin erst gar nicht realisiert, dass es wirklich vorbei war. Denn "es war ruhig", berichtete Berlins Lean Bergmann, "ich habe gedacht, der Torhüter hat den Schuss gehalten. Dann habe ich die hängenden Köpfe der Bremerhavener gesehen, da war die Freude doppelt so groß."

Hängende Köpfe bei den Fischtown Pinguins, die bittere Enttäuschung kam in Spiel drei nach der längsten Verlängerung, die es je in einer Finalserie gegeben hatte. "Es war ein sehr, sehr enges Spiel und am Ende hat ein Schuss entschieden", meinte Pinguins-Profi Nino Kinder bei buten un binnen so frustriert wie erschöpft.

"Wir haben trotzdem den Kopf oben"

Eishockey-Torwart Kristers Gudlevskis von den Fischtown Pinguins wirft sich mit vollem Körpereinsatz zur Seite in einen Schuss.
Hielt mit starken Paraden die Pinguins lange im Spiel: Torhüter Kristers Gudlevskis. Bild: Penny DEL / City-Press GmbH

Mit dem Treffer von Berlins Yannick Veilleuxs zum 2:1 war dieses historische Marathonspiel beendet, vier Stunden nach dem Auftaktbully um 15:30 Uhr. Aber eine Verschnaufpause bekommen beide Teams nicht, denn genau 48 Stunden später beginnt am Dienstagabend um 19 Uhr bereits das vierte Finalspiel in Berlin.

Ausgepowert und völlig bedient hockten die Bremerhavener dann auch in ihrer Kabine mit hängenden Köpfen da, wie Kinder erzählte. "Wir hatten ganz kurz bedrückte Stimmung in der Kabine, aber jetzt ist sie wieder ganz gut, denn wir haben ein gutes Spiel gemacht. Wir haben trotzdem den Kopf oben."

Prey: "Werden am Dienstag zurückkommen"

Eishockey-Spieler der Fischtown Pinguins und der Eisbären Berlin kämpfen mit vollem Einsatz um den Puck.
Von der ersten Minute an ging es zwischen den Fischtown Pinguins (in schwarz) und den Eisbären Berlin auf dem Eis zur Sache. Bild: Penny DEL / City-Press GmbH

Kopf hoch, aufraffen, weitermachen – und vor allem bestmöglich regenerieren. "Gut essen, gut trinken, viel schlafen", heißt Kinders Formel für die Fischtown Pinguins. Denn aufgeben ist für die Bremerhavener keine Option. Die Müdigkeit war schon am Montagabend trotziger Angriffslust gewichen.

"Am Ende des Tages weiß die Mannschaft, was sie kann", ist sich Pinguins-Macher Alfred Prey sicher: "Die halten zusammen wie Pech und Schwefel, und wir werden am Dienstag zurückkommen." Und auch Kapitän Jan Urbas betonte kämpferisch: "Es steht nur 1:2, es ist noch alles offen." Bei den Berlinern sah man das zehrende Marathonspiel dagegen mit bayrischem Humor: "Jo mei, wenn du den Meistertitel willst, musst du schon dafür schwitzen", scherzte Nationalstürmer Leo Pföderl. Das hatten sie am Sonntagabend reichlich getan.

Termine der Play-off-Finalspiele:

SpieleDatumUhrzeitHeimErgebnis
Spiel 117. April19:30 UhrBremerhaven4:2
Spiel 219. April19:30 UhrBerlin5:3
Spiel 321. April15:30 UhrBremerhaven1:2 (nach Verlängerung)
Spiel 423. April19:30 UhrBerlin
Spiel 526. April19:30 UhrBremerhaven
Spiel 628. April14 UhrBerlin
Spiel 730. April19:30 UhrBremerhaven

Pinguins-Coach Popiesch: "Haben alles reingeworfen, was möglich war"

Bild: Radio Bremen

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Quelle: buten un binnen.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 21. April 2024, 19:30 Uhr