"Kaputt, aber happy": Bremerhavener Kickboxer Schroth gewinnt WM-Titel

Bremerhavener gewinnt Weltmeistertitel im Kickboxen

Bild: Imago | Stefan Bösl

Vor fünf Jahren brach sich Pascal Schroth in einem Kampf den Halswirbel. Nun hat er nach seinem Gewichtsklassen-Wechsel mit einem spektakulären K.o. erneut den WM-Gürtel geholt.

Von Beginn an setzt Pascal Schroth seinen Gegner unter Druck. Immer wieder geht der Bremerhavener in die Offensive und trifft den 15 Zentimeter kleineren Edi Shehaj mit seinen Tritten. In der dritten Runde erwischt Schroth den Albaner mit einem Kick am Kopf. Der Titelverteidiger wankt, dann fällt er hintenüber in die Seile – und der Ringrichter bricht den Kampf ab. "Der Größenunterschied war natürlich ein Vorteil. Edi hat schon Schwierigkeiten gehabt, die Distanz zu mir zu überbrücken", sagt Schroth zu buten un binnen.

Nichtsdestotrotz war er aus gutem Grund Weltmeister. Er hat ordentlich Wumms in den Fäusten, ist sehr zäh und war bis in die letzten Sekunden gefährlich. Ich war aber sehr fokussiert und habe mir keine Fehler erlaubt.

Kickoxer Pascal Schroth aus Bremerhaven zu buten un binnen

Nach dem Titelgewinn geht es ab in die Heimat

Der technische K.o. bescherte dem Kickboxer den Gewinn des Weltmeistertitels in der Kampf-Klasse bis 70 Kilogramm. Nach seinem Sieg in der ausverkauften kleinen Olympiahalle in München ließ sich Schroth vom Publikum feiern. Doch der Jubel währte nur kurz: Kaum hatte er den Kampf gewonnen, saß er schon wieder im Flugzeug und flog in seine thailändische Wahlheimat. "Ich fühle mich super," resümiert Schroth nach seiner Rückkehr.

Ich hab das Baby nach Hause geholt, bin zurück bei meiner Familie und kaputt, aber happy.

Kickboxer Pascal Schroth aus Bremerhaven zu buten un binnen

Für den 29-Jährigen war es ein besonderer Erfolg: Erst vor wenigen Monaten hatte Schroth seinen WM-Gürtel in der Klasse bis 72 Kilogramm verloren. "Die Niederlage hat mich schon sehr mitgenommen, deshalb war dieser Kampf sehr wichtig für mich", so Schroth.

In der neuen Gewichtsklasse fühlt sich der Bremerhavener wohl. "Ich denke, dass ich einer der stärksten 70-Kilo-Kämpfer auf der Welt bin", betont Schroth. Im Juli muss er – erneut in München – seinen Titel erstmals verteidigen. Der 29-Jährige ist guter Dinge, dass er seinen noch unbekannten Herausforderer schlagen wird.

Ich habe jetzt bewiesen, dass mir der WM-Titel gehört, und habe auch kein Problem damit, das wieder zu beweisen.

Kickboxer Pascal Schroth aus Bremerhaven zu buten un binnen

Vor vier Jahren sprang Schroth dem Tod von der Schippe

Nach seiner Horror-Verletzung vor rund vier Jahren ist Schroth froh, überhaupt noch im Ring stehen zu können. Infolge eines regelwidrigen Wurfes seines damaligen Gegners hatte sich der Bremerhavener einen Halswirbel gebrochen. Ein Vierteljahr lang war er in ein schweres Korsett und eine Halskrause eingepfercht. Schritt für Schritt kämpfte Schroth sich an sein Comeback heran. Seitdem ist der zweifache Vater für jeden neuen Tag dankbar, wie er im Interview mit buten un binnen erzählte: "Der Unfall hat mich zu der Person gemacht, die ich heute bin."

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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 21. Februar 2023, 18:06 Uhr