Doppelter Goldschatz: Warum der Gesseler Goldfund kopiert wurde

Gessel muss Goldschatz nach Hannover abgeben

Video vom 30. Juni 2021
Goldschatz von Gessel aus der Bronzezeit (Archivbild)
Bild: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege
Bild: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege

Es war ein echter Sensationsfund, als vor zehn Jahren unweit des Syker Ortsteils Gessel ein 3.300 Jahre alter Goldschatz gehoben wurde. Jetzt werden Repliken ausgestellt.

Im April 2011 waren Fachleute nahe Syke bei Bauarbeiten zu einer Erdgasleitung auf einen Goldhort gestoßen, der auf das 14. Jahrhundert vor Christus datiert wird. Er gilt damit als einer der größten Goldfunde aus prähistorischer Zeit in Mitteleuropa und ist der ganze Stolz des Kreismuseums Syke. Wobei der Großteil des Originalfundes verbleibt im Landesmuseum Hannover verbleibt.

Ganze drei Stücke sind im Museumsneubau in Syke zu sehen. Beim Rest handelt es sich um originalgetreue, filigrane Nachbildungen, die mit großem Aufwand von Goldschmieden im Auftrag des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege hergestellt wurden.

Kreismuseum zeigt Kopien

Weiße Kunststoffreplike eines mittelalzterlichen Rings.
Für die Repliken wurden erst Modelle angefertigt. Bild: Radio Bremen

Warum Repliken? Am liebsten hätte das Kreismuseum natürlich den ganzen Schatz behalten. Denn die Bedeutung der gefunden Stücke ist enorm. Aber eben nicht nur für Syke. Und so bleibt der wertvolle Fund zumindest optisch vor Ort erlebbar, freut sich der zuständige Minister: "Goldfunde wie der Hort aus Gessel mit seinen herausragenden Schmiedekünsten fesseln seit jeher den Blick", sagt Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler. "Deshalb hat das Land Niedersachsen den Wunsch des Landkreises Diepholz aufgegriffen, diesen besonderen Fund vor Ort sichtbar zu machen."

Mit der Kopie und der dauerhaften Präsenz einzelner Originale könne Interessierten der Zauber bronzezeitlicher Goldschmiedekunst nahe gebracht werden.

Die Besucher können sich sicher sein, ein Teil des Schatzes ist Original. Aber durch die hochwertigen Repliken hat man den Eindruck des ganzen Schatzes.

Grauhaariger Mann in weißem Hemd.
Henning Haßmann, Niedersächsischer Landesarchäologe
Filigraner Goldschmuck aus Goldfund von Gessel bei Syke.
Der Schmuck aus dem 14. Jahrhundert vor Christus ist erstaunlich filigran gearbeitet. Bild: Radio Bremen

Die Kopien sind für den Laien von den Originalen nicht zu unterscheiden. Mit verschiedenen Scannverfahren und letztendlich im 3D-Druck sind die Repliken entstanden. Sogar die feinen Manganspuren auf den Originalteilen konnten nachempfunden werden, wodurch äußerlich kaum ein Unterschied zum Original besteht.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 30. Juni 2021, 19:30 Uhr