"Vogel des Jahres" in Bremen in Gefahr – und diese Vogelarten auch

Braunkehlchen

36 Vogelarten in Bremen und Niedersachsen vom Aussterben bedroht

Bild: DPA | picture alliance / Zoonar | Olaf Juergens

Das Braunkehlchen wurde zum Vogel des Jahres gewählt. Es ist, wie 35 weitere Arten, vom Aussterben bedroht. Das sind die Vögel – die Sie vielleicht nicht mehr lange sehen.

Rotkehlchen sind den meisten bekannt, das Braunkehlchen vielleicht weniger. Jetzt bekommt es Aufmerksamkeit, weil 135.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer Befragung das Braunkehlchen zum "Vogel des Jahres" gewählt haben. Nur wenige Tage nachdem das niedersächsische Umweltministerium bekannt gegeben hat, dass der kleine Vogel und weitere 35 Vogelarten in Niedersachsen und Bremen vom Aussterben bedroht sind. "Das sind so viele wie nie zuvor", sagte eine Ministeriums-Sprecherin. Diese Bilder-Galerie zeigt die Vögel, die immer seltener zu sehen sind.

Viele Bodenbrüter gefährdet

Als ein wesentlicher Grund für das Verschwinden von Vogelarten gilt die Industrialisierung in der Landwirtschaft. Jakob Grabow-Klucken vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Niedersachsen sagt: "Auffallend ist, dass viele bodenbrütende Arten wie Kiebitze oder Braunkehlchen, die als bodenbrütende Offenlandarten weiträumiges Grünland benötigen, gefährdet sind."

Das rund 13 Zentimeter große Braunkehlchen verdankt seinen Namen seiner braun-orangen Brust und Kehle. Bei einer landesweiten Erfassung im Jahr 2008 sind laut Naturschutzbund (Nabu) etwa 2.200 Reviere ermittelt worden, 2020 habe es nur noch 1.100 gegeben. "Das bedeutet, dass die Art in absehbarer Zeit aussterben wird, sofern die Gefährdungsursachen fortbestehen", so der Nabu weiter.

So klingen Gartenvögel

Bild: Imago | Arnulf Hettrich

Lebensraum des Braunkehlchens sind feuchte Wiesen, Brachen und Feldränder. Wichtig sind für die Singvögel Büsche, hohe Stauden oder Zaunpfähle als Sing- und Ansitzwarte.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Nachrichten, 26. Oktober 2022, 10 Uhr