Bremer Stubu-Gebäude "unbewohnbar": Alle Mieter müssen bis Mai raus

Was passiert mit der Stubu-Immobilie in Bremens Bahnhofsvorstadt?

Bild: Radio Bremen

Grund dafür sind Auseinandersetzungen mit dem Vermieter, der mittlerweile hohe Schulden bei der Stadt hat. Die zuständige Wohnungsgesellschaft will davon aber nichts wissen.

Für die Mieterinnen und Mieter des Stubu-Gebäudes ist die Nachricht ein Schock: Die Wohnungsaufsicht des Ordnungsamtes plant das Gebäude zum 1. Mai für "unbewohnbar" zu erklären. Bis 2019 befand sich in dem Gebäude die Kult-Diskothek Stubu, die oberen Etagen waren bislang noch bewohnt. Seit mehr als einem Jahr gibt es jedoch Auseinandersetzungen zwischen Mietern, Vermieter, Energieversorger und Ordnungsamt.

In dem Gebäude wurde das Gas abgestellt

Der Vermieter soll die Entgelte für Gas, Wasser und Strom monatelang nicht an die Energieversorger weitergeleitet haben. Und das, obwohl die Mieter diese Entgelte zuvor an ihn gezahlt hätten. Deshalb wurde in dem Gebäude schon im Winter 2022/2023 das Gas abgestellt. Die Wohnungsaufsicht half mit elektrischen Heizstrahlern aus und übernahm die Kosten.

Mittlerweile trägt sie auch die Kosten für Strom und Wasser. Rose Gerdts-Schiffler, Sprecherin des zuständigen Innenressorts, erklärt: "Seit März vergangenen Jahres reagiert der Vermieter und Eigentümer weder auf Mails noch auf Anrufe. Da ist Totenstille." So habe sich ein fünfstelliger Betrag angesammelt, den der Vermieter der Stadt schulde.

Wohnungsgesellschaft streitet Schulden ab

Der Geschäftsführer der GmbH, die die Wohnungen vermietet, Boris Riek aus Münster, sieht das allerdings anders. "Aus unserer Sicht bestehen per saldo keine Forderungen in fünfstelliger Höhe der Behörden in Bremen gegen uns. Wir gehen davon aus, dass – zumindest im Ergebnis – ein großer Teil der Forderungen nicht berechtigt sind und wir zudem Gegenforderungen innehaben."

Insgesamt sollen aktuell noch 15 Wohnungen in dem Gebäude bewohnt sein. Die Wohnungsaufsicht will die Mieterinnen und Mieter unterstützen, neue Wohnungen zu finden. Es solle möglichst niemand wohnungslos werden.

Wie Bremen die Schulden eintreiben wird, ist bislang noch unklar. Es werde überlegt, Vermögen aus der GmbH zu pfänden. Zu einer möglichen Pfändung des Stubu-Gebäudes äußert sich die Innenbehörde zum jetzigen Zeitpunkt nicht.

Autoren

  • Hauke Hirsinger
    Hauke Hirsinger Autor
  • buten un binnen-Reporter Sebastian Manz
    Sebastian Manz Autor

Quelle: buten un binnen.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 01. März 2024, 19:30 Uhr