Fragen & Antworten

Wann die Sonnenbrandgefahr in Bremen und Bremerhaven am größten ist

Bild: Imago | Petra Schneider

In dieser Woche herrschen fast sommerliche Temperaturen im Land Bremen. Und so viel Sonne wie in diesem Frühjahr ist selten. Das birgt jedoch auch Gefahren.

23 Grad und strahlende Sonne – für die Schietwetter-erprobten Bremerinnen und Bremer ist das schon etwas Besonderes. Doch was bedeutet es eigentlich, wenn im Frühjahr fast schon Sommerwetter herrscht? Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Sommersonne im Frühling fassen wir hier zusammen.

Wie gesund ist das Sonnenwetter?
Wenn nach den Wintermonaten im Frühjahr die Tage wieder länger werden und die Sonne scheint, lockt es viele Bremerinnen und Bremer ins Freie. Das ist nicht nur gut für die Seele, sondern frischt auch den Vitamin-D-Vorrat im Körper wieder auf. Gerade für ältere Menschen ist das wichtig. Denn Vitamin D reguliert den Kalziumhaushalt, was wiederum für die Gesundheit der Knochen wichtig ist. Ein Vitamin-D-Mangel erhöht daher im Alter beispielsweise die Gefahr von Osteoporose.

Zu viel Sonne sollten sich Menschen allerdings nicht gönnen. Das liegt weniger an der Wärme und dem sichtbaren Licht, sondern vielmehr an den für Sonnenbrände verantwortlichen, unsichtbaren UV-Strahlen.
Was sagt der UV-Wert aus?
Ultraviolette Strahlung, kurz UV-Strahlung, kann Schäden am Auge wie Bindehautentzündungen und Sonnenbrand auf der Haut verursachen. Das Risiko hängt von der Stärke der UV-Strahlen ab. Auf dem UV-Index des Deutschen Wetterdienstes (DWD), der die sonnenbrandwirksame Stärke der UV-Strahlung misst, sind für Bremen und Bremerhaven am Dienstag und Mittwoch beispielsweise mittlere Werte von 4 angekündigt.

Wer sich selbst über die aktuellen UV-Werte informieren will, kann dies hier auf der DWD-Website tun.

Was die unterschiedlichen Werte bedeuten, haben wir unten nochmal zusammengefasst:
  • UV-Wert bis 2: Bei diesen Werten ist kein Sonnenschutz erforderlich.
  • UV-Wert von 3 bis 7: Bei diesen Werten ist ein Sonnenschutz erforderlich, also zum Beispiel Hut, Sonnenbrille oder Sonnencreme.
  • UV-Wert von 8 und mehr: Bei diesen sehr hohen Werten gilt ein Sonnenschutz als absolut notwendig. Menschen sollten sich in der Mittagszeit möglichst nicht draußen aufhalten und Schatten suchen.
Menschen auf Fahrrädern und Parkbänken im Gegenlicht.
Am Abend lässt die Stärke der UV-Strahlung im Vergleich zur Mittagszeit deutlich nach. Bild: DPA | Augenblick/firo Sportphoto/ Jürgen Fromme
Ist die Frühlingssonne mit der Sommersonne vergleichbar?
Ja. Daher wird die UV-Strahlung vom Deutschen Wetterdienst (DWD) und dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Deutschland auch von April bis September im UV-Index veröffentlicht. Der in diesen Tagen in Bremen und umzu vorherrschende UV-Wert von 4 gibt eine mittlere Gefahr für einen Sonnenbrand an, sollten sich Betroffene nicht schützen. Zwischen 11 und 15 Uhr ist die Sonnenbrandgefahr laut BfS am höchsten.

Ebenso wichtig wie die Stärke der Strahlung ist ihre Dauer – und die ist zuletzt deutlich gestiegen. Im März beispielsweise verzeichnete der DWD 215 Sonnenstunden. Das waren doppelt so viele wie im langjährigen Schnitt. Und auch im April schien die Sonne 195 Stunden lang, und damit 41 Stunden länger als im langjährigen Schnitt. Die Präsidentin des Bundesamtes für Strahlenschutz, Inge Paulini, warnt daher eindringlich, Sonnenschutz nicht nur mit hohen Temperaturen im Sommer in Verbindung zu bringen. "Ein Sonnenbrand ist immer zu vermeiden – UV-Schutz hat das ganze Jahr Saison", sagt sie.
Wem droht auch im Frühling ein Sonnenbrand?
Wie gefährdet Menschen sind, schon im Frühjahr einen Sonnenbrand zu erleiden, hängt von Faktoren wie beispielsweise dem Hauttyp ab. So gilt der besonders helle Hauttyp I kombiniert mit rötlichen oder rötlich blonden Haaren und oft auch Sommersprossen als besonders empfindlich. Der dunkelbraune bis schwarze Hauttyp VI bekommt hingegen so gut wie nie einen Sonnenbrand.

Vor allem auch sehr junge Menschen haben noch keinen ausgeprägten Eigenschutz vor UV-Strahlung entwickelt. Säuglinge sollten daher nie direkter Sonne ausgesetzt werden, Kinder nur unter Anwendung aller Sonnenschutzregeln.

Wer sich dennoch einen Sonnenbrand holt, dem helfen feuchtkalte Umschläge mit Essigwasser, Kamillentee sowie Quark- und Joghurtkompressen. Bei schweren Sonnenbränden mit Blasen und Fieber sollte der Arzt aufgesucht werden.
Ist sogar ein Sonnenstich oder Hitzeschlag möglich?
Damit ist bei den derzeitigen Temperaturen von noch immer unter 25 Grad eher nicht zu rechnen. Gleichwohl haben direkte Schäden durch Hitze und Sonne im Durchschnitt der vergangenen zwei Jahrzehnte zu jährlich gut 1.500 Krankenhausbehandlungen wegen Sonnenstich oder Hitzeschlag und zu 19 Todesfällen pro Jahr geführt.

Weit über diesem Durchschnitt lag das Jahr 2015: Damals gab es 2.322 Krankenhausfälle und 60 Todesfälle dieser Art – der Deutsche Wetterdienst hatte damals allerdings auch mehr als 17 Tage über 30 Grad gezählt. Auch 2003 war mit 2.600 Krankenhausbehandlungen und 41 Todesfällen extrem – damals war es an 19 Tagen über 30 Grad heiß. Von solchen Temperaturen sind wir in Bremen und Bremerhaven derzeit aber noch weit entfernt.
Wann drohen Langzeitfolgen wie Hautkrebs?
Langfristig trägt UV-Strahlung nicht nur zur vorzeitigen Alterung der Haut bei. Sie ist auch das Hauptrisiko für Hautkrebs. Wie sehr die Gefahr in den vergangenen zwei Jahrzehnten zugenommen hat, zeigt auch hier der Blick in die Statistik: 2020 wurden dem Statistischen Bundesamt zufolge 81 Prozent mehr Menschen mit Hautkrebs im Krankenhaus behandelt als im Jahr 2000. Rund 4.000 Menschen starben 2020 an Hautkrebs.

Neben den UV-Strahlen beeinflusst vor allem das Erbgut, ob jemand erkrankt. Menschen mit heller Haut haben dabei ein höheres Risiko als jene mit dunklerer Haut. Auch häufige und starke Sonnenbrände in der Kindheit erhöhen nach Angaben des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) das spätere Hautkrebsrisiko um das Zwei- bis Dreifache.
Mann liegt hinter dem Kopf verschränkten Armen in der Sonne
Wer sich zu lange ohne Schutz in der Mittagssonne aufhält, muss mit Sonnenbrand rechnen. Bild: DPA | Christin Klose
Wie schützen Sonnenbrillen und Co.?
In den Mittagsstunden ist der beste Schutz vor UV-Strahlung, die Zeit im Haus zu verbringen. Unter freiem Himmel sollten hingegen schattige Plätze gesucht werden. Bei direkter Sonneneinstrahlung empfehlen Experten eine Kopfbedeckung und Sonnenbrillen mit seitlichem Schutz, also gewölbten Gläsern oder breiten Bügeln. Sie sollten allerdings Zeichen wie "UV 400", "100 Prozent UV-Schutz" oder "CE" tragen.
Was bringt Sonnencreme?
Bei Sonnencreme sollte heutzutage auf einen hohen Lichtschutzfaktor (LSF) geachtet werden. Der LSF gibt an, wie lange Sonnencremes, Sonnensprays und Co. die Haut vor negativen Auswirkungen der UV-Strahlung schützen. Als Minimum gilt für Erwachsene ein Lichtschutzfaktor 20. Für empfindliche Menschen und Kinder, deren Eigenschutz nur einen Wert von rund 5 aufweist, darf es auch Lichtschutzfaktor 30 und mehr sein.

Sonnenschutzmittel sollte zudem 30 Minuten vor dem Sonnenbaden aufgetragen werden. Das Deutsche Krebsforschungszentrum rät dazu, zwei Milligramm pro Quadratzentimeter Haut aufzutragen – für den ganzen Körper entspräche das vier gehäuften Esslöffeln. Wird nur die Hälfte der empfohlenen Menge verwendet, verringert sich der Lichtschutzfaktor um zwei Drittel, so die Experten.

Nach dem Baden sollte die Haut mit Sonnenschutzcreme nachgecremt werden. Sonnenbadende sollten dabei im Hinterkopf behalten, dass Nachcremen die Sonnenschutzwirkung nicht verlängert, sondern die bisherige Schutzwirkung nur erhält. Das bedeutet: Auch wer sich eingecremt hat, sollte seine Grenzen kennen.

So haben die Bremerinnen und Bremer diesen Sommertag erlebt

Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 9. Mai 2022, 19:30 Uhr