Wie Paaren diese 5 Fragen helfen, miteinander im Gespräch zu bleiben

Silhouette eines verliebten Paares vor einem Sonnenuntergang (Symbolbild)

Wie diese 5 Fragen helfen, als Paar miteinander im Gespräch zu bleiben

Bild: Imago | Panthermedia/Antonio Guillem

Kommunikation hört sich einfach an, ist aber in vielen Beziehungen schwierig. Wie sie gelingen kann, erklärt passend zum Valentinstag eine Bremer Paarberaterin.

"Kontakt entsteht dann, wenn ich offen bin für den anderen", sagt Petra Nordhaus. Sie ist Partnerschaftsberaterin in Bremen und hat in ihrer Berufspraxis immer wieder mit Kommunikationsproblemen zu tun. Die plagen nicht nur Paare. Wie man miteinander redet anstatt aneinander vorbei.

1 Hast du ein offenes Ohr für mich?

Viel fragen und viel von sich mitteilen – das könnte man als Oberbegriff sehen, damit man sich mit anderen richtig versteht. Wichtig ist es vor allem deshalb, weil Menschen oft Rückschlüsse aus dem Verhalten oder der Mimik einer anderen Person ziehen, ohne sie zu überprüfen.

Als erste Frage, um den Boden für eine gute Kommunikation zu bereiten, sollte man daher fragen, ob die Partnerin oder der Partner gerade überhaupt in der Lage ist, zuzuhören. Und der andere sollte darauf ehrlich antworten. "Dahinter muss das Bewusstsein stehen: Wenn ich nicht präsent bin, kann ich dem anderen nicht alles geben, was er sich wünscht, zum Beispiel Anteilnahme", sagt Petra Neuhaus. "Die Voraussetzung ist, dass ich selber spüren muss, wie es mir gerade geht, ob ich gerade ganz bei der Sache sein kann." Auf die eigenen Gedanken, Gefühle und Körperreaktionen solle man also achten und sich fragen, was sie aussagen.

Wer ein Thema besprechen oder etwas loswerden möchte, sollte deutlich machen, wie wichtig ihm das Thema ist und das auch klar sagen, rät Neuhaus. So kann sich die andere darauf einstellen, dass ihre Aufmerksamkeit gefordert ist.

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2 Was möchtest du von mir?

Diese Frage eignet sich als Rückfrage, um richtig zu verstehen, was der Partner sich zurückerhofft, wenn er ein Thema anschneidet. "Man sollte sich klarmachen, dass es da unterschiedliche Kategorien gibt. Es kann sein, dass die Partnerin eine Information loswerden möchte, oder Anteilnahme und Unterstützung haben möchte, oder aber um eine Einschätzung oder einen Ratschlag fragt."

Wer gerade von einem Streit mit jemand anderem oder von Stress bei der Arbeit genervt ist, will möglicherweise erst einmal nur Mitgefühl. Wenn das nicht klar ist, kann es leicht zu Kommunikationsproblemen kommen, weiß Nordhaus: "Meiner Erfahrung nach ist es oft so, dass ein Rat erteilt wird, obwohl der andere Partner einfach Anteilnahme haben will."

3 Bist du sauer auf mich?

"Man sollte den Realitätscheck machen, also fragen, ob die oder der andere es auch so sieht, wie ich sie oder ihn wahrnehme", sagt Nordhaus. Störgefühle überprüfen, nennt die Partnerschaftsberaterin das. "Als Beispiel: Ein Partner schaut konzentriert und der andere denkt wegen seines Gesichtsausdruckes, er ist verärgert, bezieht das auf sich und fragt sich, 'Was habe ich falsch gemacht?' Da sollte man direkt fragen: 'Bist du sauer auf mich?'"

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4 Was denkst du dazu?

Anstatt in einem Gespräch den eigenen Standpunkt darzulegen und dann zu denken, die Sache hat sich erledigt, ganz einfach fragen: 'Was denkst du dazu?' Unter Umständen muss man Geduld haben, bis es eine Antwort gibt. Denn manche Menschen wollen erst einmal nachdenken, andere haben spontan ihre Antwort parat, weiß Nordhaus.

Das Feedback der Anderen einzuholen lohne sich nicht nur bei den großen, wichtigen Themen, sondern auch bei Alltagsdingen. "Banale Dinge bekommen dadurch Gewicht, dass sich so viele von ihnen unausgesprochen angestaut haben."

5 Welche Vereinbarung wollen wir treffen?

Hat man über ein Problem gesprochen und sich darauf verständigt, was man ändern will, dann sollte das Paar gemeinsame Regeln aufstellen. "Will man zum Beispiel als Eltern mehr Zeit zu zweit verbringen, sich beispielsweise alle 14 Tage eine feste Verabredung mit dem anderen einplanen", empfiehlt die Paarberaterin.

"Nicht bei allen Themen muss man etwas verändern. Oft geht es einfach darum, was ich Brückenschlag nenne: Der Andere interessiert sich für meine Themen." Das setze aber auch eine bestimmte innere Haltung voraus: Man muss sich der eigenen Gedanken, Gefühle, Körperreaktionen bewusst werden für sich herausfinden, was sie bedeuten, herausfinden, was man möchte, um das dann auch sagen zu können.

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Bild: Radio Bremen
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Autorin

  • Patel Verena
    Verena Patel Redakteurin und Autorin

Quelle: buten un binnen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, der Morgen, 14. Februar 2024, 6:40 Uhr