Hamburgs Bürgermeister fordert mehr Unterstützung für deutsche Häfen

Luftbild vom Autoterminal Bremerhaven

Hamburgs Bürgermeister fordert mehr Unterstützung für deutsche Häfen

Bild: DPA | Ingo Wagner
  • Der Bund müsse sich mehr für die Häfen engagieren.
  • Deutschland brauche eine "nationale Hafenstrategie".
  • Kooperation der norddeutschen Häfen sei sinnvoll.

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) fordert mehr Engagement für die deutschen Häfen vom Bund. "Andere Länder wie Belgien und die Niederlande haben eine nationale Hafenstrategie", so der SPD-Politiker. In Deutschland gebe es hingegen keine "aktive nationale Politik zur Unterstützung der Häfen".

Nach Ansicht Tschentschers muss sich der Bund auch stärker an den Hafeninvestitionen beteiligen. Der Bürgermeister betonte: "Die Seehäfen sind für die Anbindung der deutschen Wirtschaft an die internationalen Märkte von größter Bedeutung." Unter anderem brauche es Investitionen in das Schienennetz im Umfeld der Häfen.

Das Bundesverkehrsministerium verweist darauf, dass der Startschuss zur Erarbeitung einer nationalen Hafenstrategie Ende Juni gefallen sei – so wie im Koalitionsvertrag der Ampel vereinbart. Unter der Leitung des Ministeriums solle bis 2024 gemeinsam mit den Ländern, Verbänden und Gewerkschaften eine entsprechende Vorlage für das Bundeskabinett erarbeitet werden.

Kooperation der norddeutschen Häfen "sinnvoll"

Tschentscher hält zudem eine Kooperation der Häfen Hamburg, Bremerhaven und Wilhelmshaven weiterhin für sinnvoll. Der Wettbewerb zwischen den norddeutschen Häfen lenke von der eigentlichen Konkurrenz ab. Diese liege in Rotterdam und Antwerpen.

Die Senate von Bremen und Hamburg unterstützen die Idee einer gemeinsamen Terminalgesellschaft und gemeinsamen Strategie für die drei großen norddeutschen Seehäfen.

Peter Tschentscher, SPD

Gespräche über einen Gemeinschaftsbetrieb der norddeutschen Containerterminals waren kürzlich trotz der politischen Unterstützung vertagt worden. Man habe beschlossen, die Gespräche "so lange zu vertagen, bis die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Fortsetzung wieder stabil genug sind", teilten die Hamburger HHLA und die Bremer Eurogate mit.

Weitere Informationen:

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Nachrichten, 2. August 2022, 16 Uhr