In Bremen fehlen auch nach dem Start des Kita-Jahres noch 1.300 Plätze

Ein Schulranzen steht vor dem Zaun eines Kita-Spielplatzes.
Bild: Radio Bremen
  • 1.300 Kinder in der Stadt Bremen ohne Betreuungsplatz
  • Senatorin nennt Geflüchtete und Fachkräftemangel als Grund
  • Ganze Gruppen können nicht öffnen, weil Personal fehlt

In der Stadt Bremen fehlen auch im neu begonnenen Kita-Jahr sehr viele Betreuungsplätze. Aktuell sind Angaben des Bildungsressorts zufolge rund 1.300 Kinder ohne Betreuungsplatz. Senatorin Sascha Aulepp (SPD) bezeichnete die Situation als "ungemütlich". Ihr Ressort stehe in diesem Zusammenhang vor besonderen Herausforderungen etwa durch den Zuzug von Geflüchteten und den Fachkräftemangel.

Allein bei Kindern unter drei Jahren fehlen in der Stadt Bremen aktuell rund 490 Krippenplätze. Doch bei den Kindern zwischen drei und sechs , also den Kindergarten-Kindern, ist es noch schlimmer. Hier fehlen laut der Senatorin 770 Plätze. "Das tut mir im Herzen weh", kommentierte die verantwortliche Senatorin ihre eigenen Zahlen.

Auch Fachkräftemangel sorgt für Engpass

Obwohl in den letzten zwölf Jahren über 6.000 zusätzliche Betreuungsplätze geschaffen worden sind, reichen die vorhandenen nicht aus, so Aulepp. Die Senatorin nennt vor allem zwei Gründe dafür: Zum einen seien viele Geflüchtete mit ihren Kindern nach Bremen gekommen.

Natürlich müssen wir den Ausbau vorantreiben, da ist noch viel zu stemmen.

Bremens Kinder- und Bildungssenatorin Sascha Aulepp

Was aber größere Probleme mache, sei zum anderen der Fachkräftemangel. So fehlen zum Beispiel Erzieherinnen und Erzieher. Aulepp nennt ein konkretes Beispiel aus Bremen-Vegesack: "Die Kita in der alten Hafenstraße. Da können die Gruppen nicht an den Start gehen, weil es keine Fachkräfte gibt. Und wir brauchen ja zusätzlich auch noch weitere Gruppen, wenn wir von 3.500 Plätzen bis 2026 sprechen, und 20 Kinder in einer Gruppe sind und wir für jede Gruppe mindestens eine Erzieherin brauchen, dann sind das natürlich Dimensionen im dreistelligen Bereich."

Es müsse mehr ausgebildet werden, sagt Aulepp. Das habe man längst erkannt, das gehe aber nicht von heute auf morgen. Außerdem will die Behörde mit einer Kampagne Privatpersonen für die Kindertagespflege überzeugen. Den Eltern, die keinen Betreuungsplatz haben, nützt das aktuell jedoch wenig.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Nachmittag, 19. August 2022, 16 Uhr