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Bremens Gesundheitssenatorin setzt sich für Zucker-Werbeverbot ein

Ein Supermarktregal voller Süßigkeiten.
Ein Supermarktregal voller Süßigkeiten. Bremen ist auch für eine Zuckersteuer und ein Werbeverbot

Bremens Gesundheitssenatorin setzt sich für Zucker-Werbeverbot ein

Bild: dpa | Koen van Weel

Zu süß, zu fett, zu ungesund: Laut Gesundheitsenatorin Bernhard soll damit zumindest in der Werbung bald Schluss sein. Denn gefährdet sind vor allem junge Menschen.

Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) befürwortet ein Werbeverbot für süße und ungesunde Lebensmittel. Bundesverbraucherschutzminister Cem Özdemir von den Grünen hat dazu einen Gesetzentwurf fertig. Bernhard unterstützt das und auch weitere Forderungen im Kampf gegen Zucker und dessen Folgen. Dass zwischen 6 und 23 Uhr keine Werbung mehr für Süßes, Salziges und Fettes gemacht werden soll, findet Bernhard richtig.

Wir haben ein Werbeverbot für zuckerhaltige Produkte bereits im letzten Jahr im Rahmen der Verbraucherschutzministerkonferenz gefordert. Gerade in der Ansprache von Kindern halte ich das für absolut gerechtfertigt.

Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhardt (Linke)
Claudia Bernhard, Gesundheitssenatorin, Die Linke

Bernhard geht weiter: Noch bedeutender, so die Politikerin, sei eine umfangreiche Präventionsarbeit in Kitas und Schulen in Bremen. Die 15 Gesundheitsfachkräfte an 23 Grundschulen im Land Bremen seien dabei ein wunderbares Vorbild. Das Projekt ist 2018 an den Start gegangen

Süßes soll teurer werden, Gesundes billiger

Auch eine Forderung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) unterstützt Bremen: Süßigkeiten sollen demnach mit einer zusätzlichen Steuer teurer gemacht, Obst und Gemüse durch das Streichen der Mehrwertsteuer billiger werden. Bernhard zufolge habe das viele Vorteile.

Neben dem Anreiz für eine gesunde Ernährung, würden Menschen in Bremen finanziell deutlich entlastet, sagt sie. "Auch dazu haben wir im vergangenen Sommer einen Beschluss auf der Verbraucherschutzministerkonferenz gefasst." Der Bund sei jetzt gefragt, diese Forderung umzusetzen.

Vor allem Kinder in Gefahr

Denn auch in Bremen gibt es zu viele Menschen, die am gefährlichen Typ-II-Diabetes leiden. Die AOK Bremen bestätigt buten un binnen, dass rund zehn Prozent ihrer Versicherten Diabetes Typ II haben. Umgerechnet auf die Einwohnerzahl sind das mehr Menschen, als in das ausverkaufte Weserstadion passen.  

Vor allem junge Menschen sind in Gefahr. Nach Angaben der Bundesregierung sind rund fünfzehn Prozent der 3- bis 17-Jährigen in Deutschland übergewichtig. In Bremen leiden elf Prozent davon unter krankhafter Fettsucht.

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Autor/Autorin

  • Autor/in
    René Möller

Quelle: buten un binnen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier Läuft, 2. März 2023, 15.15 Uhr