ÖPNV, Kitas, Kliniken: Wo wird gestreikt im Land Bremen?

Verdi hat auch in Bremen und Bremerhaven zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. ÖPNV, Kitas und Kliniken sind betroffen. Was ist wann und wo geplant? Ein Überblick.

Auf einem Plakat von Verdi steht Warnstreik.
Die Warnstreiks von Verdi beginnen Dienstag mit einem Paukenschlag: Keine Busse und Bahnen in Bremen (Archivbild). Bild: Imago | Reichwein

Um sich Gehör bei den Verhandlungen mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) zu verschaffen, greift Verdi zu umfassenden Streiks. Zunächst hieß es von der Gewerkschaft in Bremen, man wolle "die Arbeitgeber ärgern" – und nicht die Bevölkerung. Doch die Proteste beginnen Dienstag mit einem Paukenschlag, den man im ganzen Land zu spüren bekommt: Dann wird der Öffentliche Nahverkehr (ÖPNV) aufgrund des angekündigten Arbeitskampfes nahezu zum Erliegen kommen.

Dienstag, 29. September: Schwerpunkt ÖPNV in Bremen

ÖPNV: Da aufgrund des Warnstreiks "ein sicherer Betrieb der Busse und Bahnen der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) nicht gewährleistet werden kann", hat das Unternehmen die Reißleine gezogen und legt den gesamten Betrieb für 24 Stunden still. Die BSAG teilt mit, dass ab Dienstagmorgen um 3 Uhr keine Bahn und kein Bus mehr bis zur Nacht zum Mittwoch unterwegs sein wird und bittet seine Fahrgäste, "in diesem Zeitraum auf andere Verkehrsmittel auszuweichen". Sie macht zugleich darauf aufmerksam, dass etwaige Taxikosten nicht übernommen werden, denn: "Da die BSAG den Streik nicht zu vertreten hat, können die Kundengarantien des VBN nicht geltend gemacht werden". Noch geht man beim Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN) davon aus, dass die Bus- und Bahnangebote im Bremer Umland vom Warnstreik nicht beeinträchtigt werden.

Bremerhaven: Ab Dienstag wird auch in Bremerhaven gestreikt. Dort sind unter anderem der Magistrat, das Alfred-Wegener-Institut, die Sparkasse und auch das Klinikum Reinkenheide betroffen.

Mittwoch, 30. September 2020: Schwerpunkt Gesundheit

Verdi plant Kundgebungen an den Kliniken Bremen-Mitte, Bremen-Ost, Bremen-Nord sowie am Klinikum Links der Weser. Nicht nur die Arbeit in der Verwaltung soll durch den Streik gestört werden, sondern auch das Kranken- und Pflegepersonal wird aufgerufen, sich am Arbeitskampf zu beteiligen. Die Gewerkschaft schließt nicht aus, dass durch den Streik sogar geplante Operationen ausfallen könnten, weist aber darauf hin, dass man nicht die Sicherheit der Patienten gefährden will.

Donnerstag, 1. Oktober 2020: Schwerpunkt Reinigung

Verdi mobilisiert die Reinigungsbeschäftigten in Kitas und Schulen, die bei Immobilien Bremen arbeiten, ebenso wie die Beschäftigten der Stadtreinigung beim Umweltbetrieb Bremen.

Freitag, 2. Oktober 2020: Schwerpunkt Kitas und Jobcenter

Zum Abschluss der Streikwoche hat die Gewerkschaft zwar die KiTa Bremen als Arbeitgeber im Öffentlichen Dienst im Visier, der Betrieb soll dabei aber normal weiterlaufen, da sich jeweils nur einzelne Mitarbeiter dem Warnstreik anschließen. Auch Einrichtungen wie das Jobcenter Bremen und die Universität sind Ziele des Streiks.

Hintergrund all dieser Aktionen ist der Tarifkonflikt im Öffentlichen Dienst – Verdi fordert 4,8 Prozent mehr Geld für die Beschäftigten, mindestens aber 150 Euro mehr im Monat. Die Arbeitgeber haben auch nach der zweiten Verhandlungsrunde noch kein Angebot vorgelegt.

Wie bereiten sich die Bremer auf den BSAG-Streik vor?

Video vom 28. September 2020
Eine junge Frau mit einer Mund-Nasen-Bedeckung an einer Bahnhaltestelle.
Bild: Radio Bremen


Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Die Vier am Morgen, 28. September 2020, 7:10 Uhr