So sollen die Hochhäuser am Brill aussehen

Auf dem Sparkassen-Areal in der Bremer Innenstadt wollen Investoren vier Türme bauen. Der Star-Architekt Daniel Libeskind hat nun erstmals seine Entwürfe vorgestellt.

Plan für Libeskind-Bau am Brill
Bild: StudioLibeskind

In der Sparkasse am Brill hat der US-amerikanische Star-Architekt Daniel Libeskind seine Pläne zur Bebauung des Sparkassen-Areals vorgestellt. Zum ersten Mal bekommt die Öffentlichkeit damit nun einen Eindruck, welche Art von Bebauung sich die Investoren und der Architekt für das Gelände vorstellen. Es sollen vier verspiegelte und bepflanzte Türme entstehen, von denen der höchste fast 100 Meter in die Luft ragt.

Ich habe mich sehr von der Stadt Bremen inspirieren lassen – einer Stadt der Architektur, Musik und Kultur! Die Entwicklung des Areals Am Brill wird dieser lebendigen und sich stetig verändernden Stadt ein zukunftsweisendes Lebensgefühl des 21. Jahrhunderts vermitteln.

Der Star-Architekt Daniel Libeskind
Daniel Libeskind, Architekt

Bereits Anfang Februar weilte Libeskind in Bremen. Im Rathaus stellte er Mitgliedern des Senats im kleinen, erlesenen Kreis seine Pläne vor. Viel drang danach nicht an die Öffentlichkeit, auch weil es die baulichen Visionen in sich haben: Die vier Türme würden das Stadtbild Bremens stark prägen und vermutlich auch kritische Reaktionen hervorrufen.

Investoren des Projektes sind die Schapira-Brüder. Anfang 2018 hatten Pinchas und Samuel Schapira mit ihrem Familienunternehmen das 11.000 Quadratmeter große Sparkassen-Areal gekauft. Die vier Gebäude sollen vor allem für Wohnungen genutzt werden, von günstigen Studentenwohnungen bis zu teuren Luxus-Appartements. Auch Gastronomie, Büros, ein Hotel und ein Museum sollen nach der jetzigen Planung entstehen.

So reagieren Bremer Politiker

"Wir müssen jetzt überlegen, ob das Bauvorhaben für Bremen passt", äußerte sich Bau-Staatsrat Ronny Meyer (Grüne) zu dem Entwurf. Außerdem müsse geprüft werden, ob die Pläne in Bezug auf Verkehr, Erschließung und Brandschutz funktionieren. "Es müssen dort bezahlbare Wohnungen entstehen", fordert der SPD-Fraktionsvorsitzende Tschöpe. Dann könne er sich sogar noch höhere Wohntürme auf dem Gelände vorstellen.

Der Spitzenkandidat der Bremer CDU, Carsten Meyer-Heder, spricht von außergewöhnlicher Architektur und einem "Imagegewinn für Bremen". "Es ist überfällig, dass die Pläne für das Sparkassen-Areal endlich öffentlich präsentiert werden und nicht weiter im Rathaus der Geheim-Diplomatie unterliegen. Der Entwurf ist eine gute Grundlage, die nun weiterentwickelt und diskutiert werden muss." Er erwarte bei den weiteren Planungen jedoch eine breite öffentliche Beteiligung. Neben der Architektur dürften bestimmte pragmatische Punkte nicht vernachlässigt werden, wie etwa ein schlüssiges Konzept zur Verkehrsführung oder die Frage, wie und wo Parkraum entstehen könne.

Während sich auch die FDP vom Entwurf begeistert zeigte, mahnte Claudia Bernhard von den Linken zur Vorsicht; es seien noch viele Fragen offen. Alle Parteien fordern, dass die Bremer bei den Planungen mitreden dürfen.

Das sagen Bremer im Netz

Auf unseren Kanälen auf Facebook und Twitter wird über den heute vorgestellten Entwurf bereits hitzig gestritten. Die Befürworter des möglichen neuen "Brill-Looks" loben vor allem das moderne Design und die Idee von begrünten Gebäuden. Außerdem erweitere er die Bremer Innenstadt – und mache sie attraktiver:

Ein gelungener Entwurf. Hoffentlich wird er nicht durch die ewigen Querulanten zerredet. Bremen braucht mal wieder Schwung in der City, und das könnte dieses Areal bewirken, so daß die Innenstadt nicht am Brill aufhört.

Jens Hagens - 5. April 2019, 14:57 Uhr.

Finde ich gelungen. Gerade mit der Kombination des alten Bestand. Und viel schöner als die 08/15 Bauten am HBF und Kühne&Nagel. Ein paar Hochhäuser wird Bremen schon verkraften ;-)

Jens Herzmann - 5. April 2019, 14:02 Uhr.

Klasse! Endlich wird Bremen schöner :)
Die Architektur, welche sonst in Bremen zuwachs findet ist wirklich nicht sehenswert. An alle Nörgler. Zieht doch aufs Dorf... Städte müssen sich weiterentwickeln & nicht Jahrhunderte auf dem gleichen Stand bleiben...

Eve Sophie - 5. April 2019, 15:42 Uhr.

Andere stören sich vor allem an den hohen Türmen, von denen der höchste mit 96 Metern bloß zwei Meter kleiner ist als der Bremer Dom. Zu dunkel werde dadurch die Brillkreuzung, monieren einige User. Außerdem zeigen sie sich skeptisch, ob der Entwurf auch wirklich so umgesetzt wird.

Sorry, aber ich finde den Entwurf potthässlich und die Gebäude zueinander auch total unpassend. Die Türme würden den Brill und die Bgm-Smidt-Straße zudem noch weiter verdunkeln.

Eddie Weinbauer - 5. April 2019, 15:35 Uhr.

Diese Hochhausbauten sind einfach nur grausam. Aber bitte, wenn der Mensch lieber nur noch im Schatten weilen mag...

Maike Jahnke - 5. April 2019, 15:24 Uhr.

Da wird nicht ein Baum gepflanzt werden. Schönfärberei schon im Entwurf.

Thorsten Eissner - 5. April 2019, 15:10 Uhr.

Warum in den 90er-Jahren ein Libeskind-Projekt in Bremen scheiterte

Ein Archivbild vom Architekten Daniel Libeskind

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Autor

  • Immo Maus

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 5. März 2019, 19:30 Uhr